|Rezension| Lena Minkus „Schicksalsrelikte“

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PeBo Verlag ( 9. Dez 2012) – 366 Seiten – ASIN B00AM1CMDU – 7,96 € eBook

Klappentext

Versteckt an den entlegensten Orten der Welt warten die uralten Artefakte der Schicksalsgöttinnen auf ihre Entdeckung. Nur mit ihrer Macht hat die Schatzjägerin Ivaine Glory eine Chance auf Rache für den Tod ihres Freundes. Doch wer ist die Jägerin, wer die Gejagte?
Immer wieder taucht ein mysteriöser Fremder auf, alte Feinde verfolgen sie vom brasilianischen Dschungel bis in die Wüste Afrikas und die Mörderin ihres Freundes trachtet danach, ihre Welt endgültig zu zerstören.
Mutig stürzt sich Ivaine in einen Kampf gegen die Zeit.

Meine Meinung

Die Autorin Lena Minkus ist noch relativ jung und als sie mich fragte, ob ich ihr Buch rezensieren möchte, überflog ich nur kurz, worum es ging und sagte zu. Irgendwie ging ich davon aus, dass ein junges Mädchen auch über ein anderes junges Mädchen schreiben würde. Tatsächlich ist die Protagonistin Ivy aber so alt wie ich. Wenn Erwachsene über Jugendliche schreiben können, können Jugendliche dann auch über Erwachsene schreiben? Lena Minkus kann.

Obwohl ich in meinen jungen Jahren keine Folge Relic Hunter verpasst habe, bin ich bis heute nicht auf die Idee gekommen, ein Buch zu lesen, das von einer Schatzjägerin handelt. So ein bisschen ähnlich waren die Handlungen ja schon und so richtig innovativ war auch Schicksalsrelikte nicht, aber ich glaube, das ist in diesem Bereich auch wirklich schwer, da die Thematik ja ein gewisses gleichbleibendes Grundgerüst verlangt. Da die Schatzsuche hier aber mit griechischer Mythologie gemischt wurde, war ich auch gleich wieder besänftigt – so ein wenig Übernatürliches schadet ja nicht.

Ivaine war die typische Schatzjägerin des Typs Sidney Fox oder Lara Croft und hat auch den unumgänglichen technisch versierten Partner, der sie unterstützt, das nötige Geld, um nebenbei nicht arbeiten zu müssen,  und das Aussehen, um dabei noch mindestens einen Mann um den Finger zu wickeln. Doch während man sich immer mehr mit Ivy  anfreundet, bleiben die anderen Figuren leider auf der Strecke – um ihren Freund David trauern ging sowieso nicht, weil man ihn nie hat reden hören, ihr unfreiwilliger Begleiter  Jack Payne war zu glatt, um einen Eindruck zu hinterlassen und  ihr Partner Pat weckte zwar Sympathien, aber so ganz hat es auch nicht Klick gemacht.

Erstaunlich wenig zimperlich ist Lena Minkus mit ihren Figuren und zieht das auch bis zum bitteren Ende durch. Wer glaubt, dass hier alles Friede Freude Eierkuchen funktioniert, der wird enttäuscht werden. David bleibt zumindest nicht der einzige Tote in dieser Geschichte. Und da ich schon von bitteren Enden spreche – von diesem bin ich durchweg begeistert, eben weil ich es weniger brutal erwartet hatte. Sowieso hat mich die Geschichte bis zum Ende hin gefesselt, auch wenn sie eben nicht so neuartig war. Ich bin ein bisschen in meine Jugend zurückgekehrt und habe an meinen Nägeln geknabbert, während eine starke Protagonistin sich ihren Weg durch Heiligtümer gebahnt hat.

So manche Vorerwartung, die ich aufgrund des Alters der Autorin an das Buch hatte, wurde enttäuscht, und darüber bin ich mehr als froh und stelle mich zum Schämen in die Ecke, denn mir wurde bewiesen, dass jung nicht automatisch nachgiebig mit den Figuren heißt.

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