Kinderbuch · Rezensionen

|Rezension| Renee Holler „Das Geheimnis des goldenen Salamanders“

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Bloomoon (3. Apr 3013) – 304 Seiten – ISBN 3760791557 – 12,99 € Hardcover

Klappentext

England, 1619: Als Junge verkleidet macht sich die zwölfjährige Alyss auf den Weg nach London, um das Herrenhaus ihres verschollenen Vaters vor ihrem gierigen Onkel zu retten. Nie hätte sie sich träumen lassen, welch Abenteuer sie dort erwarten – und welch besondere Freundschaften…

Mit einem goldenen Salamander als einzigem Besitz trifft Alyss in London ein und findet sich bald in der düsteren Welt der Ganoven, Seefahrer und Gaukler wieder. Eine Welt, die der elternlose Taschendieb Jack sein Zuhause nennt – und in der sein kleiner Bruder verschwunden ist. Jeden Winkel durchstreift Jack bei seiner Suche und stößt dabei auf Alyss: Sein flinker Griff in ihre Börse fügt die Schicksale der beiden zusammen. Doch wer hätte gedacht, dass Alyss eines Tages einem Dieb vertrauen muss? Denn als sie in die Fänge skrupelloser Kinderhändler gerät, nimmt ausgerechnet Jack ihre Spur auf…

Meine Meinung

Zugegeben – als ich noch ein Kind war, habe ich irgendwie kein einziges Buch gelesen, das in der Vergangenheit spielte. Das ist völlig an mir vorüber gegangen (Geschichtslehrerin bin ich trotzdem geworden, also kann das nicht so schlimm gewesen sein). Aber ein Buch wie „Das Geheimnis des goldenen Salamanders“ hätte ich gerne gelesen.

Das liegt zum einen daran, dass die Vergangenheit hier nicht so megakompliziert herübergebracht wird – man befindet sich eben zu Beginn des 17. Jahrhunderts, es gibt keine Autos und Kolonien sind gerade das große Thema, aber alles kein Problem. Vielleicht muss man den Kindern erzählen, was denn mit „neue Welt“ gemeint ist, das wäre aber auch der einzige Stolperstein. Aber auch für die vorlesenden und geschichtsinteressierten Eltern werden kleine Andeutungen eingebaut, die dem Kind wohl gar nicht auffallen, aber die Eltern können sich so heimlich ein bisschen auf die Schulter klopfen, was sie alles wissen (ICH habe das gemacht – im Kopf.).

Ein weiterer Punkt, der mich begeistert hat, waren die Figuren. Alyss und Jack sind auf ihre Art liebenswürdig und auch wenn Jack nicht immer ganz astrein ist und als Mitglied einer Diebesbande stiehlt, kann man doch nachvollziehen, was ihn dazu treibt – keine Geldgier, sondern Überlebenswille. Auch wie die beiden mit ihrem Umfeld umgehen, weckt ganz behagliche Gefühle, da Jack seine Bande wie eine Familie behandelt und Alyss in der Lage ist, Vorurteile mit einem Blinzeln abzuschütteln.

Besonders schön ist auch die Aufmachung des Buches. Bernd Lehmann hat ganze Buchseiten mit so viel Liebe zum Detail illustriert, dass ich die Seiten minutenlang angestarrt und die Kleinigkeiten bewundert habe. Sogar ein wenig Suchbild war dabei, da der Zeichner eine gewisse Person gerne in Menschenmengen mit untergebracht hat. Wen genau, das müsst ihr selbst herausfinden, wenn ihr dieses Buch für euch oder eure Kinder kauft – es lohnt sich nämlich richtig.

indexbloomoon

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