|Rezension| Piers Torday „Die große Wildnis“

wildnis

Klappentext

In einer Welt, in der keine Tiere mehr existieren, kommt sich auch der 12-jährige Kester manchmal vor wie der Letzte seiner Art. Zumindest in dem Mentorium für Problemkinder, in dem er lebt und wo alle so tun, als sei mit ihm etwas nicht in Ordnung. Als er dann auf einen Schwarm sprechender Tauben trifft, denkt Kester, jetzt werde er völlig verrückt.

Aber diese Tiere haben ihm etwas mitzuteilen …
Sie befreien Kester und bringen ihn in die Wildnis zu einem Ort, an dem die letzten wilden Tiere verborgen vor der Welt überlebt haben. Ihr weiser Anführer, ein mächtiger Hirsch, bittet Kester um Hilfe, und gemeinsam begeben sie sich auf eine große Reise, begleitet von einem vorwitzigen Wolfsjungen, einer eitlen Katzendiva, einer tanzenden Feldmaus, einer philosophischen weißen Taube und einem eigensinnigen Mädchen namens Polly.

Meine Meinung

Wenn man eine Dystopie für Kinder schreiben würde, wie würde die wohl aussehen? Die große Wildnis beantwortet diese Frage. In Kesters Welt gibt es kaum noch Tiere – nur Schädlinge wie Kakerlaken und andere Insekten, die immun waren gegen die rote Pest, die alle Tier ergriffen und von innen heraus verbrennen hat lassen. Und wo keine Tiere leben, da lebt auch keine Natur mehr. Die Menschen leben nun abgeschottet von der Umwelt unter einer Kuppel und ernähren sich von künstlichem Brei, dessen Erfinder nun die Machtposition einnimmt.

Kester, der in dieser Welt leben muss, ist ein typischer Kinderbuchprotagonist, der es nicht leicht hatte. Seit seine Mutter gestorben ist, kann er nicht mehr sprechen und ist deswegen in einem Heim für schwierige Jugendliche gelandet, wo er aufgrund seiner Eigenart auch nicht beliebt ist. Ich fand es auch schwer, mich mit ihm anzufreunden. Mir war Kester immer einen Tick zu jammerig, zu zögerlich, zu schwer von Begriff. Nicht anders ging es mir mit den Tieren – weder beantworten sie Kesters Fragen noch scheren sie sich einen Dreck darum, ob sie ihn verletzen, hungern lassen oder sogar mit falschem Essen vergiften, obwohl er der Einzige ist, der sie retten kann. Was für einen Eindruck von Tieren hinterlässt das denn bei einem jungen Leser?

Fraglich fand ich, wieso sich niemand darüber wundert, dass es noch Tauben gibt. Sicher heißt es gut und gerne, Tauben sind das Ungeziefer der Lüfte, aber das macht sie nicht zu einer anderen Art Vogel. Und die Mäuse? Sind das auch keine „richtigen“ Tiere? Am wenigsten Sinn macht für mich aber die weiße Taube, die wie ein Running Gag, der sich schnell auslutscht, immer wieder ihre Worte verdreht. Sowieso war jeder Ansatz von Humor eher gut gemeint als gut gemacht.

Schade, wenn man keinen einzigen Charakter einer Geschichte mag, denn ansonsten hätte sie wirklich Potential. Größtenteils schreitet die Handlung zügig voran, gelangweilt habe ich mich nie gefühlt.

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