Fantasy · Rezensionen

|Rezension| Angelika Monkberg „Drache und Phönix: Goldene Federn“

drache

Klappentext

Venedig im 18. Jahrhundert. Jan Stolnik führt ein rastloses Leben. Niemand ahnt, welches Geheimnis er hütet: Jan ist ein Drache, gefangen im Körper eines Menschen – dazu verdammt, ewig zu leben, ohne jemals seine Flügel entfalten zu können. Der Besuch der Lagunenstadt soll ihn für einige Zeit von seinem Schicksal ablenken. In den engen Gassen und prachtvollen Palazzi hört er immer wieder einen Namen: La Fiametta. Schon nach ihrer ersten Begegnung weiß Jan, dass die Sängerin mit der verführerischen Stimme und dem kapriziösen Wesen keine gewöhnliche Sterbliche ist. Er verliebt sich unsterblich in das schillernde Geschöpf – und erkennt rasch, dass Gefühle zum Fluch werden können …

Meine Meinung

Mit Drache und Phönix bin ich leider gar nicht warm geworden. Das begann schon mit dem Schreibstil, in den ich einfach nicht hineinfinden konnte. Für mich reihten sich da zu viele Hauptsätze aneinander, es klang abgehackt und holprig, was völlig der manchmal beinahe blumigen Wortwahl widersprach. Und wenn ich schon die Wortwahl erwähne – zwar hält sich die Autorin meist an eine historisch passende Formulierung, das gelingt ihr aber in den Erotikszenen plötzlich kein bisschen mehr. Man fühlt sich regelrecht in eine moderne Fanfiction katapultiert, der es nicht gelingt, irgendeine Stimmung aufkommen zu lassen, weil es wirkt, als wüsste die Autorin einfach nicht, wie sie ihre Szenen richtig ausformulieren soll. Davon abgesehen finde ich das Wort Schwanz bei einem Drachen sowieso schlecht gewählt, so am Rande erwähnt.

Eins muss man Angelika Monkberg ja lassen.  Entweder, sie hat wie eine Wahnsinnige recherchiert oder sie hat einfach ein breites und dennoch detailliertes Wissen über Geschichte und Venedig. Aber man muss nicht alles, was man weiß, auch einsetzen. Mich interessiert nicht wirklich, welche Straßen man zur gewünschten Destination alle nehmen könnte und von den vielen historischen Fachwörtern fühlte ich mich (sogar als Historikerin) auch ein wenig erschlagen, ganz zu schweigen von den ganzen Namen, die pausenlos fallen gelassen werden und deren Besitzer größtenteils gar keinen wirklich Zweck für die Handlung haben. Besser hätte man die Zeit auf die Gestaltung der Hauptcharaktere verwendet. Für einige Zeit wusste ich gar nicht, was mich so an der Geschichte stört, bis mir aufgefallen ist, dass in meiner Vorstellung anonyme Figuren durch die Geschichte wandelten, von denen ich mir gar keine Vorstellung machen konnte. Sogar die Hauptfigur Jan war eine gefühlte Ewigkeit einfach gesichtslos.

Auch die Handlung wirkte für mich lange ziellos und undurchschaubar. Viel mehr Inhalt als das ständige Hin und Her zwischen den beiden Protagonisten gibt es kaum. Bei der Anzahl an Folgebänden ist das aber auch wenig verwunderlich, schreckt mich aber leider trotzdem ab, überhaupt weiterlesen zu wollen.

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