|Rezension| Raul Aguayo-Krauthausen „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“

Advertisements

Klappentext

Menschen tätscheln ihm den Kopf oder starren ihn an – Raul Krauthausen, der aufgrund seiner Glasknochen im Rollstuhl sitzt und kleinwüchsig ist, weiß, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, mit Behinderten unverkrampft umzugehen. Dabei ist jeder zehnte Deutsche behindert, da sollten wir uns doch eigentlich an den Umgang mit jenen gewöhnt haben, die nicht «normal» sind. Doch das Gegenteil ist der Fall. Raul Krauthausen sieht seine Behinderung als eine Eigenschaft von vielen. Er beschreibt mit Witz und Sachkenntnis, wie sein Alltag wirklich ist und wie ein Miteinander von Behinderten und Noch-nicht-Behinderten aussehen kann.

Meine Meinung

Osteogenesis imperfecta – umgangssprachlich die Glasknochenkrankheit – führt dazu, dass Knochen schnell brechen können. In Deutschland gibt es momentan zwischen 2500 und 4500 Erkrankungen, die in verschiedenen Ausprägungen auftreten. Einer dieser an OI erkrankten Menschen ist Raul Aguayo-Krauthausen, der manchen vielleicht schon aus dem Fernsehen bekannt ist. Er setzt sich für Barrierefreiheit und Inklusion ein. Wenn man ihn googelt – so berichtet er selbst stolz – wird er als Aktivist beschrieben.

In seinem Buch „Dachdecker wollte ich eh nicht werden“ berichtet er von seinem Leben mit OI von seiner Schulzeit an bis hin zum Jetzt. Dabei dreht sich viel darum, wie er selbst und wie andere mit seiner Behinderung umgehen, von den Auf und Abs in seinem Selbstbewusstsein und von den vielen sozialen Projekten, die er ins Leben gerufen hat. Bewundernswert an Raul ist sein Engagement für andere Menschen und ich habe gerne davon gelesen, was er sich alles hat einfallen lassen, um ihnen zu helfen. Auch fand ich es immer hilfreich zu lesen, wie er sich wünscht, dass man ihm entgegentritt, obwohl ich das Gefühl bekommen habe, dass es immer davon abhängt, welche momentane Einstellung er zu seiner Behinderung hat. Dennoch fand ich zog sich mancher Abschnitt schon ein wenig, wie zum Beispiel die Beschreibung, wie er mit seinen Freunden ein Sofa für seine neue Wohnung holt.

Einen Außeneinblick bekommt man durch das Vorwort von Roger Willemsen, der von seinen Begegnungen mit Raul erzählt. Diese Erzählungen werden von Raul selbst auch noch einmal aufgegriffen, wobei wieder interessant zu sehen ist, wie unterschiedlich diese wahrgenommen wurden.

 

Advertisements

Advertisements