|Rezension| Annika Bühnemann „Achtung Braut!“

braut

Klappentext

Es soll der schönste Tag ihres Lebens werden, doch bei den Hochzeitsvorbereitungen von Emma und Daniel klappt nichts, wie es soll: die Schwiegereltern stellen sich quer, der Fotograf fällt aus und das Kleid passt nicht. Dabei will Emma, dass alles perfekt ist und steigert sich so in die Planung hinein, dass sie nicht nur ihre Traumhochzeit damit gefährdet…

Meine Meinung

Wie viel Klischee steckt in jeder Braut? Hat wirklich jede schon als kleines Mädchen von diesem Tag geträumt? Hat der Mann wirklich nichts zu sagen? Wird jede mal zum Brautzilla? Emma ist jedenfalls das wandelnde Klischee – versessen auf diesen einen Termin, auf diesen einen Ort ignoriert sie die Wünsche ihres Verlobten und macht 4 Wochen Hochzeitsplanungswahnsinn mit statt der vorher gedachten 13 Monate. Außerdem hat sie die Hippieklischeemutter, die nach ihrer Scheidung nichts von Heirat hält, und Horrorschwiegereltern, die lieber die Ex an der Seite ihres Sohnes gesehen hätten. Eigentlich macht Emma alles durch, was für eine Braut zum absoluten Horror mutieren kann.

Dabei hätte das Thema Terminverschiebung so viel Potential gehabt, ein humorvolles Buch zu liefern – zu zeigen, wie Emma vielleicht Alternativen findet, ein wenig verzweifelt, die Sache mit Humor nimmt. Aber Emma nimmt eben nichts mit Humor, hat null Bock auf Alternativen und zieht ihr Ding rücksichtslos und verbissen durch.

Schön war es, dass nicht nur aus Emma Sicht erzählt wird, sondern auch aus der ihres Verlobten Daniel. Man vergisst ja im Eifer des Gefechts und im Strudel der kindlichen Traumvorstellungen manchmal, dass auch der männliche Part des Brautpaars seine Vorstellungen von einer Hochzeit hat und sich auch bevormundet fühlen kann, wenn er kaum etwas entscheiden darf und dann noch vorgeworfen bekommt, er würde sich nicht kümmern. Denn ehrlich gesagt ist Emma als Braut der absolute Horror und wenn ich nach dem Lesen irgendetwas mitgenommen habe, dann, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben außer der Braut. Was Emma will, will Emma, und wenn es noch so bekloppt ist – diese Location, dieses zwei Nummern zu kleine Kleid, die liebeskummergeplagte beste Freundin bitte lächelnd und glücklich und zwar sofort. Aber auch Daniel ist so ein grauenhaftes Klischee von treudoofen Mann, der weder versteht, wieso die Freundin sich Sorgen macht, wenn er mit der von der Schwiegermutter heiß geliebten Ex Eis essen geht noch wieso Fremdgehen kein Ausrutscher ist, der halt mal passiert. Immerhin fand ich es gut, dass er in seinen Entscheidungen durchaus konsequent sein kann.

Ob es für Emma und Daniel ein Happy End gibt, das verrate ich lieber nicht. Aber für mich und Achtung Braut gab es leider keins, obwohl ich so darauf gehofft habe. Als angehende Braut hatte ich mir versteckte Tipps bei Katastrophen erwartet, ein wenig Erzählung, wie es so ist mit der Vorbereitung, etwas Aufmunterung, dass man auch die schlimmsten Rückschläge mit Humor nehmen kann. Was ich bekommen habe ist die Lehre, nicht alles so bierernst zu nehmen und den Mann sinnvoll einzubinden, sonst kann das Ereignis Hochzeit mächtig in die Hose gehen.

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Ein Gedanke zu “|Rezension| Annika Bühnemann „Achtung Braut!“

  1. Evy schreibt:

    Ich habe beim „Aufräumen“ des Blogs die Rezi zu „Traummänner…“ von Annika Bühnmann gefunden – jetzt hatte ich ein Deja-Vu :-) Es klingt, als sei der Perspektivenwechsel hier sehr gut eingebaut – meistens bin ich von Perspektivwechseln ziemlich genervt.

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