|Rezension| Amy Harmon „Vor uns das Leben“

vor uns das LebenKlappentext

Ambrose, der Star der Highschool, der Held einer ganzen Stadt. Er scheint alles zu haben – und doch kämpft er mit Problemen, die der Außenwelt verborgen bleiben. Bailey, der Junge im Rollstuhl. Er ist krank, weiß, dass er sterben wird. Und er lebt jeden Tag seines Lebens, als wäre es sein letzter. Fern, die schlau ist, aber nicht hübsch, und trotzdem in allem um sich herum das Schöne erkennt. Fern, Bailey und Ambrose. Drei Jugendliche in einer Kleinstadt in den USA, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Drei Jugendliche, die dachten, sie wüssten, was das Leben für sie bereithält. Und denen das Schicksal in die Quere kommt … [© Egmont Ink]

Meine Meinung

Mit „Vor mir das Leben“ hatte ich ein pemanentes Deja Vu (oder eher Deja Lu). Das stammt vielleicht daher, dass hier so viele Themen miteinander verwurstet werden, derer sich schon andere Autoren ausführlich angenommen haben: aus dem hässlichen Mädchen wird der schöne Schwan, aus dem attraktiven Kerl ein zweifelnder Kriegsüberlebender, 9/11, Krieg, Behinderung, Gewalt in der Beziehung – von allem ist etwas mit dabei. Einerseits war es schon interessant zu sehen, wie aus den High School Schülern erwachsene Menschen werden, deren Leben immer noch miteinander verwoben sind. Doch im Laufe des Buches hat sich die Geschichte immer mehr gezogen und mich leider teilweise auch gelangweilt.

Zu Beginn erlebt und fühlt man noch mit, wie die Ereignisse vom 11. September einen großen Eindruck bei den Protagonisten hinterlassen, die sich – kurz vor Ende ihrer Schulzeit – bisher nur mit ihren persönlichen Selbstzweifeln und Zielen geplagt haben. Mit Fern konnte ich gut mitfühlen, weil ihre Frustration bezüglich ihres Aussehens wohl etwas ist, mit dem sich alle Jugendlichen schon herumgeschlagen haben. Auch Ambrose macht es sympathisch, dass er manchmal jemand ganz anderer sein möchte als der, in den die ganze Stadt Hoffnungen steckt und deren Erwartungen er immer erfüllen muss. Baileys Situation ist einem dann doch eher unbekannt, aber ebenfalls nachvollziehbar.

Doch nachdem Ambrose aus dem Irak zurückkehrt, hatte ich das Gefühl, die Geschichte tritt auf der Stelle. Bailey selbst macht für mich – so sympathisch er mir auch war – gar keine Entwicklung durch, während Fern und Ambrose immer weiter auf der Stelle treten und nicht den Mund aufbekommen, um das zu ändern – eine Eigenschaft bei Figuren, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Hier wiederum war mir Bailey wieder sympathisch, der von der Situation mindestens so angenervt war wie ich. Sein Schicksal hätte ich so, wie es ablief, nicht erwartet und war im ersten Moment ziemlich erschrocken darüber, was mit ihm geschah (auch wenn selbst hier tief in die Klischeekiste gegriffen wurde). Aus dem Klappentext hatte ich eine ganz andere Entwicklung herausgelesen.

An sich ist „Vor uns das Leben“ dennoch ein Roman, den man wunderbar im Herbst auf dem Sofa lesen kann und sich dabei wohlfühlt, da seine Geschichten eben etwas sehr Vertrautes haben – irgendwie weiß man, wo es hingeht, man geht aber gerne mit.

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3 Gedanken zu “|Rezension| Amy Harmon „Vor uns das Leben“

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