Fantasy · Jugendbuch · Rezensionen

|Rezension| Cornelia Franke „Jamies Quest: Aufgabe gesucht“

jamies Quest

Klappentext

Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand. Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind …

Meine Meinung

Lange Zeit hatte ich als Jugendliche diese Phase, in der ich unheimlich gerne RPGs gespielt habe – live, Pen and Paper, am PC, ganz egal. Jamie zu begleiten, versetzte mich wieder ein wenig in diese Zeit zurück, vor allem da er sich selbst ein wenig so vorkommt wie ein Rollenspielheld, der sich plötzlich in einem Spiel wiederfindet und so auch in ausweglosen Situationen überlegt, wie wohl eine Rollenspielfigur reagieren würde. Nicht, dass das immer funktionieren würde…

Die Welt, in der Jamie landet, ist so herrlich unkompliziert – tatsächlich habe ich meist ein Problem damit, wenn ich ein komplettes Buch brauche, um überhaupt ansatzweise den Aufbau einer Welt zu kapieren. Beim Lesen möchte ich nicht das Gefühl haben, mir ein mentales Notizbuch für „So funktioniert es in Timbuktulila“ anlegen zu müssen. Jamies neue Welt ist originell mit eigenen Tieren, verschiedenen Rassen (sprechende Riesenfrösche, aber hallo) und einer eigenen Kultur, wartet aber auch mit bekannten mittelalterlichen Elementen und ebenfalls vertrauten Figuren wie Merlin auf.

Es war eine Abwechslung, mal nicht den typischen Teenager als Protagonisten zu haben. Jamie steht kurz vor seinem Abitur und steckt eigentlich in einer ernsten Beziehung, die man aber nur am Rande mitbekommt. Manchmal habe ich mich über Jamies Verhalten ärgern müssen – vor allem, wenn er so einfach auf die Reize einer anderen Frau reinfällt oder einfach nicht kapieren will, dass er sich nicht in einem Spiel befindet. Tatsächlich ärgert sich Jamie aber selbst über genau diese Punkte ebenfalls. Vielleicht musste er einfach da durch, um seine Rolle endgültig anzunehmen. Hannes führte Jamie (und den Leser) gekonnt durch die neue Welt und war dabei so charmant tollpatschig, loyal und gut gelaunt, dass er einem einfach ans Herz wachsen musste. Umso erschütterte war ich zeitweise über die Entwicklungen in der Geschichte.

Ich bin ja absolut kein Freund von Spinnen und zugegebenermaßen habe ich mir das Cover wohl nicht genau genug angesehen, um die Unmengen an vieläugigen achtbeinigen haarigen Monstern im Hintergrund zu sehen. Also konnte ich mich immer sehr gut in Jamies Horror einfühlen, wenn er sich meinem persönlichen Albtraum stellen muss – riesige Spinnen. Iiiiiih!

Die ganze Geschichte durch gab es kaum Längen und bis auf wenige kleine Vermutungen, bei denen man sich aber nie sicher sein konnte, ob sie zutreffen, fand ich Jamies Quest immer überraschend und spannend. Ein besonderes Highlight waren darüber hinaus die liebevollen und detaillierten Zeichnungen im Buch.

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