|Rezension| Chen Jianghong „Der kleine Fischer Tong“

tong

Moritzverlag* 18.8.2014 * OT Le petit pêcheur et le squelette * ISBN: 978-3-89565-284-4

 HC 18 €  * Leseprobe * Autor

Klappentext

Schon sein Vater hatte ihn gewarnt, bei dunklen Wolken am Himmel aufs Meer hinauszufahren. Doch der kleine Tong tut es dennoch. Was er an diesem Tag aus der See holt, wird sein Leben verändern: Ein Skelett!

Meinung

Huch, ein Bilderbuch über ein Skelett? Wie gruselig, würden viele gleich sagen. Und das sollen Kinder ab 6 lesen können? Tatsächlich beginnt das Buch mit sehr düster gestimmten Bildern – ein kleiner Fischer am Rande einer großen, anonymen, grauen Großstadt. Ein dunkler, bösartiger Sturm. Auf die Doppelseiten passt ein wenig Text, begleitet von zwei oder drei verschiedenen Bildern. Mehr braucht es aber auch nicht, um die Geschichte von Tong, dem Fischer zu erzählen, der sich mitten im schlimmsten Sturm ein Skelett angelt. Tatsächlich sollte man an dieser Stelle wirklich nicht aufhören, das Buch mit seinem Kind durchzusehen, weil es die ersten Bilder schon in sich haben – so recht freundlich sieht das Skelett nämlich zunächst nicht aus. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Skelett gar nicht so böse ist, wie es auf den ersten Blick wirkt. Und ebenso schnell schleicht sich Farbe in die Bilder – bunte Wolldecken, warmes Feuer, bis hin zu einem farbenfrohen Happy End. Wie das aussieht, das verrate ich euch nicht. Aber es macht alle Düsternis vergessen. Die Geschichte ist sehr rührend, denn es treffen sich zwei einsame traurige Gestalten – der einsame Fischerjunge und das ebenso einsame Skelett – und nehmen sich ihrer gegenseitig an. Und plötzlich sind sie nicht mehr allein.

Was lernen Kinder nun von der Geschichte? Zum Beispiel, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Und dass sich Mut manchmal auszahlt.

Fazit

Der kleine Fischer Tong ist ein einerseits sehr anrührendes, andererseits etwas düsteres Buch für Kinder, mit dem ich sie nicht allein lassen würde – ein Gespräch über das, was passiert, ist im Nachhinein sicher nötig. Dennoch zeigt ihnen die Geschichte deutlich, dass mehr hinter dem ersten Eindruck stecken kann.

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