Belletristik · Fantasy · Rezensionen

|Rezension| Neil Gaiman „Der Ozean am Ende der Straße“

ozean

eichborn* 8.10.2014 * OT The Ocean at the End of the Lane * ISBN: 9783847905790

 HC 18 € * eBook 13,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen …

Meinung

Auch wenn man die Klappentexte liest, weiß man bei Neil Gaiman wohl selten, was wirklich auf den Leser zukommt. So ging es mir mit dem Ozean am Ende der Straße. Ich dachte, vielleicht ist es eine melancholische Rückerinnerung an die Kindheit des Protagonisten, wie es auf den ersten Seiten schien. Doch dann entwickelte sich die Geschichte in eine ganz andere Richtung, die mir wesentlich besser gefiel. Der Protagonist blickt auf seine Jugend zurück und beurteilt das, was er damals erlebt hat, aus den Augen eines Erwachsenen, der immer wieder erkennen muss, dass er alles, was damals geschehen ist, niemals so richtig durchblickt hat. Das tut dem herrlich gruseligen Aspekt der Geschichte aber keinen Abbruch, denn selbst ein erwachsener Mensch wäre bei dem, was ihm widerfahren ist, ganz sicher nicht nervenstark geblieben.

Neil Gaiman greift mit der Familie Hempstock wieder auf Figuren zurück, deren Verwandtschaft uns zumindest bekannt ist – in The Graveyard Book hilft die tote Hexe Liza Hempstock auch schon dem jungen Nobody aus der Patsche. Ich finde es ja wunderbar, wenn Autoren Spuren durch ihre Bücher ziehen. Solche Hinweise sind wie kleine Insider zwischen Autor und treuem Leser (der ich ja erst noch werden möchte.)

Obwohl die Geschichte insgesamt ein wenig wie ein schrecklich böser Albtraum wirkt, den ein kleiner Junge einmal hatte, hat genau das sie so spannend gemacht – sie war wenig durchschaubar, weil prinzipiell alles hätte passieren können, und gleichzeitig bangt man um den kleinen anonymen Protagonisten (dessen Name ein ewiges Geheimnis bleibt) und kann sich gar nicht vorstellen, wie er aus dem Schlamassel, der ihm passiert ist, wieder herauskommt.

Aber dafür hat er mit den Hempstocks und vor allem mit Lettie so sympathische Charaktere, die ihm zur Seite stehen, dass man gar nicht anders kann als sicher zu sein, dass die dem bösen Wesen, das ihm zu schaffen macht, schon zeigen, wo der Hammer hängt – egal wie sie das letztendlich machen.

Fazit

Ein fantastisches Buch für die erwachsenen Fans von Neil Gaiman – ich bin bis heute sicher, dass ich nicht einmal ansatzweise die Hälfte von dem kapiert habe, was hier passiert ist. War trotzdem spannend, es zu lesen. (;

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Ein Kommentar zu „|Rezension| Neil Gaiman „Der Ozean am Ende der Straße“

  1. Oooh! Das mit den Crossover-Charakteren ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Es ist schon so lange her, dass ich das Graveyard Book gelesen habe, dass ich den Namen nicht mehr im Kopf hatte. Aber wie cool, sowas finde ich auch toll.
    Meine Güte und dass man den Namen des Protagonisten nie erfährt, ist mir auch nicht aufgefallen. Was für eine aufmerksame Leserin ich doch bin xD

    Ich hatte bei dem Buch aber auch das Gefühl viel verpasst zu haben. Ich glaube es eignet sich hervorragend, um es noch mal zu lesen und viel Neues zu entdecken :)

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