Kinderbuch · Rezensionen

|Rezension| Kirsten Hinkler „Frau Bengali“

bengali

Waldhuhn Verlag * 7.2.2015 * ISBN: 978-3-943671-03-2

 HC 16,95 €  * Leseprobe

Klappentext

Frau Bengali ist unsere Nachbarin. Sie wohnt schräg gegenüber. Morgens, wenn ich aus dem Haus gehe, treffen wir uns oft auf der Straße. Um die Schultern trägt Frau Bengali ein Tuch, auf das ein ganzer farbenfroher Dschungel gemalt ist: Man sieht leuchtend bunte Papageien, exotische Pflanzen und aus dem hohen Gras lugt der Kopf eines großen Tigers. Ich schaue mir das Tuch gerne an, besonders den Tiger. An manchen Tagen kommt es mir vor, als würde der Tiger mich auch ansehen. Frau Bengali lächelt dann und sagt, der Tiger sei ihr Freund, er begleite sie jeden Tag, ganz gleich, ob es regnet oder die Sonne scheint. Frau Bengali umgibt irgend-etwas Besonderes, ein Geheimnis, das ich unbedingt lüften möchte …

Meinung

Begegnungen mit fremden Kulturen haben Kinder so oft, dass es ihnen meist gar nicht mehr auffällt. In der Schule hatte ich lange mehr türkische Freunde als deutsche, aber darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht. Doch im Nachhinein betrachtet war ich fasziniert von der fremden Musik, der Sprache, die ich bis zum Abitur nicht durchschauen konnte, und der doch andersartigen, aber genauso reichen Kultur.

Aber Indien – das blieb mir ganz fremd. Den Kindern aus „Frau Bengali“ aber nicht, denn sie wohnen direkt neben einer Inderin. Von der wird in einfach, klaren Worten erzählt, obwohl Frau Bengali selbst ganz und gar nicht klar und einfach ist. Sie ist bunt und warmherzig und mit ihrem Tuch, das sie trägt, kann sie einen ganzen indischen Dschungel heraufbeschwören. Frau Bengali erzählt gerne von ihrem Leben in Indien und so erfahren die Kinder fast unbemerkt, wie das Leben in diesem fernen fremden Land ist. Sie lernen aber auch, dass sie selbst eine Geschichte mit sich tragen.

Den größten Teil der Seiten nehmen die Zeichnungen ein, die eine Mischung aus Strichzeichnung und großen bunten Flächen darstellen. Meist ist das, was im Mittelpunkt steht, so gut wie nicht coloriert und sticht gerade deswegen heraus.

Schön fand ich auch, dass das Kind in der Geschichte weder eindeutig männlich noch eindeutig weiblich ist – weder in der Geschichte selbst noch auf den Zeichnungen. So fällt es den Kindern leichter, sich selbst in ihm wiederzufinden, ganz egal, ob sie nun Junge oder Mädchen sind.

Fazit

Eine bunte Geschichte darüber, dass jeder seine ganz eigene Geschichte hat, unterlegt mit ebenso farbenfrohen Bildern – Frau Bengali ist eine wunderbare Geschichte für Groß und Klein.

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