|Rezension| Enzo Fileno Carabba „Wie zwei alte Schachteln einmal versehentlich die Welt retteten“

schachteln

btb * 12.5.2014 * OT Con un poco di zucchero * ISBN: 978-3-442-74743-6

 TB 8,99 € * eBook 7,99 € * Leseprobe

Klappentext

Seit Jahrzehnten bewohnen Giulia und Camilla, zwei Damen von edler Geburt und antiker Schönheit, einen alten und zugegebenermaßen ziemlich heruntergekommenen Palazzo im schönen Florenz. Die beiden haben es sich bequem gemacht zwischen allerlei Antiquitäten und sonstigem Plunder und verlassen das Haus nur noch selten. Warum sollten sie auch, denn Emiliano, der unverschämte Feinkosthändler, versorgt sie mit überteuerten Lebensmitteln, und Piero, ja Piero, versorgt sie seit Jahr und Tag mit ein bisschen Koks, das die Damen nachmittags zum Tee zu nehmen pflegen. Denn ein bisschen Spaß sei im Leben ja wohl noch erlaubt. Als jedoch Piero eines Tages nicht mehr auftaucht, sehen sich die beiden gezwungen, das erste Mal seit langer Zeit wieder einen Fuß vor die Haustür zu setzen. Ein Entschluss mit weitreichenden Konsequenzen …

Meinung

Alte Damen sind niedlich und schrullig, vor allem, wenn sie in einer WG gemeinsam mit ihren Fischen wohnen, um sich nach dem Tod ihrer Ehemänner nicht so einsam zu fühlen. Tja, denkste. Schrullig sind Camille und Giulia vielleicht, aber niedlich? Die beiden Freundinnen sind alles andere als harmlose alte Frauen, die gerne stricken und Bonbons lutschen.

Wenn Tarantinos Figuren alt werden würden, dann wären Camille und Giulia das, was dabei herauskäme – nachdem ihr Drogenhändler überraschend stirbt, denken die beiden sich, selbst ist die betagte Frau und betreten nach Jahren der Isolation in ihrem Palazzo die Welt wieder. Schließlich brauchen sie einen neuen Zulieferer. Den Fehler, sie für naive alte Omis zu halten, machen dabei viele Menschen, und diesen Umstand nutzen die beiden ganz schön aus, um sich durch auftretende Schwierigkeiten zu mogeln. Da kommt man sogar mit Mord davon.

An das gewaltige Ausmaß an Schrulligkeit muss man sich schon gewöhnen und so glaube ich nicht, dass jeder mit den beiden Damen klar kommt, die wie viele alte Menschen über die heutige Welt klagen, alte Gedichte rezitieren und das Gefühl für Realität nicht mehr komplett besitzen. Man muss schon ein Freund des dunkelsten Humors sein. Denn von diesem lebt das Buch, denn viel passiert eigentlich nicht recht. Auch war ich mir bis zum Ende nicht sicher, ob beide nicht ein wenig verrückt sind oder nur so tun, um mit ihrem Gewissen leben zu können. Aber das ist ja auch Trick, den nicht alle Autoren beherrschen.

Fazit

Für Fans des dunklen Humors ist dieses Buch ein nettes Leseerlebnis für zwischendurch.

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