Jugendbuch · Rezensionen

|Rezension| Carmen Rodrigues „Du bist das Gegenteil von allem“

gegenteil

cbt * 30.3.2015 * OT 34 Pieces of You * ISBN: 978-3-570-16158-6

 HC 16,99 € * eBook 13,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Die 16-jährige Ellie hatte etwas Besonderes an sich. Etwas Dunkles, Charismatisches, Gebrochenes … Jetzt ist sie tot. Gestorben an einer Überdosis Tabletten. Zurück bleiben ihr Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und deren jüngere Schwester Jess – und vierunddreißig Zettel von Ellie in einem Schuhkarton. Vierunddreißig Hinweise, die Ellie hinterlassen hat. Vierunddreißig Geheimnisse eines viel zu kurzen Lebens voller Schmerz. Auf der Suche nach dem Warum müssen sich Jake, Sarah und Jess nicht nur ihren eigenen Abgründen stellen, sondern auch dem, was Ellie so lange vor ihnen verborgen hat …

Meinung

Bücher über Suizid sind normalerweise schon ganz schön harter Tobak. Aber Du bist das Gegenteil von allem setzt dem ganzen schon die Krone auf. Puh. Beginnend mit dem Tag, an dem Ellie stirbt, begleitet man drei Personen – Ellies Bruder Jake, ihre beste Freundin Sarah und Sarahs kleine Schwester Jessie, die alle ein schweres Päckchen mit sich herumtragen. Vor allem schleppen sie das Päckchen Schuldgefühl mit sich – jeder von ihnen erinnert sich zurück an das Bild, das sie von Ellie hatten – und diese Bilder sind manchmal so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Während Jake über Ellies schwere Vorgeschichte Bescheid weiß, mit der er aber selbst nicht klar kommt und deswegen auf eine weit entfernte Uni geflüchtet ist, hat Sarah nur das Bild von Ellie, das sie ihr zeigen wollte – stark, unverwundbar und alles, was ihr eigentlich zur Selbstzerstörung dient, vermittelt sie Sarah als Herausforderung. Jessie, von der ich mich anfangs fragte, wieso sie überhaupt eine eigene Erzählperspektive hat, trägt die schwerste Last von allen, nämlich zugleich Ellies Last vor ihrem Tod und Sarahs nach Ellies Tod und zusätzlich noch ihre ganz eigene. Alle drei haben verschiedene Bilder von Ellie, aber insgesamt ergibt sich dabei eine Persönlichkeit, die mir zeitweise mehr als zuwider war und dann doch wieder Verständnis und Mitleid aus mir herauskitzeln konnte. Über die Erzählungen erfährt man aber auch, wie zum Beispiel Ellies Eltern auf ihren Tod reagieren, aber auch der vierte im Cliquenverbund – Tommy, Sarahs mal und dann wieder nicht Freund.

Du bist das Gegenteil von allem spricht so viele Themen an – sexuelle Übergriffe, Betrug, emotionale Erpressung, Scheidung, Alkoholismus, Selbstverletzung. Dennoch wirkt es nicht überladen, denn Ellies Verhalten basiert auf den zwei traumatischen Erlebnissen ihrer Kindheit, nämlich der Scheidung ihrer Eltern und der sexuellen Belästigung durch ihre Stiefvater. Das ganze Buch hindurch spürt man die niedergedrückte Stimmung aller Figuren und dringt immer tiefer in ihre Seelenwelt ein. Dabei möchte man sie manchmal trösten und manchmal schütteln und rufen: Jetzt mach doch mal die Augen auf und schau, was du den anderen antust!

Ein wenig gestört hat mich, dass man nie genau erfährt, was an Ellies Todesabend wirklich passiert ist. Meiner Meinung nach ist das aber so gewollt, damit man sich ein eigenes Bild darüber machen kann, ob Ellies Tod nur ein Unfall und missglückter Hilfeschrei war oder ob sie wirklich geplant hatte zu sterben.

Fazit

Du bist das Gegenteil von allem ist ein bedrückendes Buch, das zu vielen verschiedenen Themen, die Jugendliche beschäftigen oder betreffen können, zum Nachdenken anregt.

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