|Rezension| Rachel McIntyre „Sternschnuppenstunden“

sternschnuppen

Magellan * 20.2.2015 * OT Me and Mr J * ISBN: 978-3-7348-5007-3

 HC 16,95 € * Leseprobe

Klappentext

Wie wehrt man sich gegen fiese Sprüche und gemeine Angriffe? Aus bitterer Erfahrung weiß Lara: gar nicht. Denn alles, was sie versucht hat, hat ihre Lage nur noch schlimmer gemacht. Deswegen hält sie still, zieht den Kopf ein und fragt sich, ob sie nicht doch schuld ist an der ganzen Misere.

Das ändert sich, als sie Ben trifft. Die Stunden mit ihm sind bald die einzigen Lichtblicke in Laras Leben. Durch seine Augen sieht sie sich in einem neuen Licht: Sie ist klug, witzig und hübsch, und was ihr passiert, ist Mobbing der übelsten Sorte. Gemeinsam suchen sie einen Ausweg aus Laras Situation. Und es könnte ihnen gelingen, wäre da nicht ein Problem: Ben ist Laras Lehrer.

Meinung

Nach den ersten Seiten von Sternschnuppenstunden dachte ich mir ehrlich gesagt: Oh Gott, das ist echt anstrengend. Denn Lara hat so ihren ganz eigenen Schreibstil. Doch dann dachte ich zurück an mein (zugegeben pubertär unerträgliches sechzehnjähriges Ich) und musste feststellen: Ach, Mist, so hast du damals auch geschrieben. Authentizität und so. Gut gemacht von der Autorin. Und im Laufe der Zeit hat es mich auch immer weniger gestört oder sie ist einfach ein wenig vernünftiger geworden, so ganz definieren kann ich das im Nachhinein nicht mehr. Denn als ich erst einmal mitten in der Geschichte war, konnte ich vor lauter Mitfühlen und Wütendwerden und Fingernägelknabbern nicht mehr darauf achten, wie Lara sich ausdrückt.

In Lara konnte ich mich nämlich traurigerweise sehr einfühlen, weil es mir selbst als junges Mädchen nicht anders ging. Und was mit Lara passierte, hat mich so wütend gemacht, dass ich am liebsten ins Buch gekrochen und alle Leute geschlagen hätte, die sie so mies behandelt haben und sie dann noch so unter Druck gesetzt haben, dass sie sich nicht einmal getraut hat, sich jemandem anzuvertrauen. Zeitweise habe ich vor lauter innerem Brodeln vergessen, dass das ja gar keine wahre Geschichte ist – doch sie hätte wahr sein können (und laut der Autorin sind viele Dinge davon tatsächlich passiert, nur verschiedenen Personen und nicht nur der einen) und das ist das, was mich wirklich so sauer gemacht hat. Ich bewunderte Lara, dass sie sich getraut hat, ihren Peinigern auch die Stirn zu bieten, auch wenn klar war, dass das nur nach hinten losgehen kann.

Dass Lara sich in ihren Lehrer verliebt hat, fand ich verständlich. Einmal abgesehen davon, dass er jung und gutaussehend war, war er für lange Zeit der einzige, der sie gesehen hat und versucht hat, sie zu ermutigen. Zwar kann ich es schwer nachvollziehen, dass er sich umgekehrt auch mit ihr einlässt (für mich sind meine Schüler eben doch „nur“ Schüler), habe mir aber gleichzeitig irgendwie ein Happy End für die beiden gewünscht, obwohl es natürlich völlig falsch war, was zwischen den beiden abgelaufen ist. Die Geschichte zwischen den beiden wirkte auf mich einfach oft so, dass die Beziehung hätte funktionieren können, wenn sie nicht in den Lehrer-Schüler-Rollen gesteckt hätten.

Obwohl man eigentlich nur Laras Alltag verfolgt und ich mir auch eine ganze Weile gar nicht sicher war, ob ihre Verliebtheit nur auf Einseitigkeit beruht und ihr Lehrer einfach nur nett zu ihr ist, weil sie es schlicht und einfach verdient hatte, einmal anerkannt zu werden, konnte ich trotzdem nicht aufhören zu lesen – komisch, dass Alltag so spannend sein kann.

Fazit

Sternschnuppenstunden ist ein mitreißendes Buch, dessen Ende sicher die Lesermeinungen spaltet. Der Autorin gelingt es einfach, dass man mit der Protagonistin mitfühlt und erschafft ein erschreckendes Bild von dem Teufelskreis Mobbing.

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2 Gedanken zu “|Rezension| Rachel McIntyre „Sternschnuppenstunden“

  1. Büchernische schreibt:

    Huhu liebe Heike,

    eine sehr schöne Rezension, die mir noch mehr Appetit auf die Sternschnuppenstunden gemacht hat. Ich hatte Glück und habe ein signiertes Exemplar bei der Blogtour gewonnen. Bin schon soooo gespannt auf das Buch ♥

    Liebe Grüße in den Samstag und Happy World Penguinday :)
    Sandra

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