Erfahrungen · Rezensionen

|Rezension| Lilly Lindner „Splitterfasernackt“

splitterfasernackt

Knaur * 1.7.2013 * ISBN: 978-3-426-78488-4

 TB 9,99 € * eBook 9,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Lilly Lindner ist sechs, als der Nachbar beginnt, sie regelmäßig zu vergewaltigen. Er droht ihr mit dem Schlimmsten, falls sie etwas ihren Eltern erzählen sollte. Und so schweigt das kleine Mädchen. Schließlich zieht der Mann weg – doch Lillys Leben ist längst aus dem Lot. Mit 13 Jahren fängt sie an zu hungern – damit von ihrem geschundenen Körper möglichst wenig übrig bleibt. Doch die Schande macht sie damit nicht ungeschehen. Und so beschließt Lilly als junge Frau, ihren Körper, der ihr schon lange nicht mehr gehört, in einem Edel- Bordell zu verkaufen. Und ausgerechnet hier beginnt sie, ihre ungeheuerliche Geschichte aufzuschreiben – und verfasst ein beeindruckendes, provozierendes Buch von großer Sprachgewalt. (droemer-knaur.de)

Meinung

Das Leben schreibt manchmal Geschichten, die sind so schwer zu ertragen, dass man es beim Lesen kaum aushält und sich nur schwer vorstellen kann, wie es ist, diese zu durchleben. Eine dieser Geschichten erlebte Lilly Lindner und beschloss, sie auf Papier zu bringen. Dabei wechselt sie zwischen schonungslos ehrlich und direkt formulierten Erlebnisberichten und in Metaphern verpackte Gefühle – als wären die letzteren nur zu ertragen, wenn man sie in Bilder verwandelt.

Tatsächlich finde ich es schwer eine Rezension zu schreiben über ein Buch, das eigentlich die Niederschrift eines Lebens ist, das durch eine Person in der Kindheit der Autorin zerstört und durch die Blindheit und das Versagen ihres Umfelds noch weiter in den Abgrund gerissen wurde. Was soll man dazu sagen? Die Geschichte war spannend, herzzerreißend, langweilig, ich fand den Schreibstil toll oder aufgesetzt? Dieses Buch zu lesen hat mich nun als Rezensentin wirklich in die Ecke gedrängt, denn Lilly Lindner hat sich das von der Seele geschrieben, was schwer darauf liegt, und über den Schreibstil zu sprechen oder einen roten Faden oder eine Spannungsbogen finde ich nicht angebracht.

Splitterfasernackt hat mich nicht überrascht, denn traurigerweise habe ich ähnliche Geschichten schon viel zu oft gelesen oder gehört. Aber darum ging es auch nicht. Vielleicht ruft es dazu auf, genauer hinzusehen, vielleicht einen zweiten Blick auf das zu werfen, was einem auf den ersten Blick schon spanisch vorkommt. Oder dazu, mehr auf die Gefühle unserer Mitmenschen zu achten.

Fazit

Das hier ist keine richtige Rezension, aber eine Empfehlung ist es sicher – zum Lesen dieses Buches und zum Darübernachdenken.

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Ein Kommentar zu „|Rezension| Lilly Lindner „Splitterfasernackt“

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