|Leseeindruck| Dirk Maxeiner, Michael Miersch „Alles grün und gut“

grün

Knaus * 13.10.2014 * ISBN: 978-3-8135-0650-1

 HC 19,99 € * eBook 15,99 € * Leseprobe

Klappentext

Die Umweltbewegung kann auf eine enorme Erfolgsgeschichte zurückblicken: Alle trennen Müll, fahren Fahrrad und wollen die Welt vor Klimakollaps und Atomverseuchung retten. Doch inzwischen züchten wir Monokulturen für Biosprit, roden unsere Wälder für Stromtrassen und töten Vögel mit Windrädern. Ist es das, was wir wollen?
Mit Maxeiner und Miersch ziehen zwei der profiliertesten Beobachter der Umweltbewegung Bilanz und zeigen, wo ökologisches Denken heute ansetzen muss.

Meinung

Grün ist gut, natürlich. Tierschutz, Naturkosmetik, veganes Essen – wie könnte man daran zweifeln, dass man der Welt damit nur Gutes tut. Aber tut man das wirklich? Dirk Maxeiner und Michael Miersch werfen ein kritisches Auge auf diese Einstellung.

Dirk Maxeimer gründete das Umweltmagazin Chancen und arbeitete schon öfter als Autor mit Michael Miersch zusammen, um Umweltthemen zu betrachten. Beide sind „alte Hasen“, was die sogenannte grüne Bewegung angeht. Doch aufgrund ihrer kritischen Art weht ihnen dort eine Menge Gegenwind entgegen.

Zu Beginn fand ich das Buch noch unheimlich interessant – die Autoren beschreiben, wie vieles, was in den Medien und von Umweltschützern als rein positive Entwicklung für unsere Erde beschrieben wird, Nachteile hat, die unter den Tisch fallen gelassen werden. Und ich wäre gerne noch anderen Irrtümern auf den Grund gegangen, doch nach der Hälfte des Buches war ich nur noch unheimlich genervt – von diesem pieksenden Zeigefinger, der immer nur sagt „Du dummer Gläubiger, wie kannst du nur nicht hinsehen?“, der motzigen Grundstimmung des Buches, das sich wie eine Abrechnung mit allen Menschen liest, die den Autoren irgendwie auf den Senkel gegangen sind und dass man es nicht fertig brachte, ein Positivbeispiel auszuführen. Sollte das noch in der zweiten Hälfte aufgetaucht sein, möge man mir verzeihen, aber an so schönen sonnigen Tagen wollte ich mir nicht noch mehr üble Laune antun als nötig. Bei einem Buchtitel, der fragt „Alles grün und gut?“ hätte ich erwartet, dass man beide Seiten beleuchtet. Vielleicht ist das aber auch die Deutschlehrerin in mir.

Man kann nicht den einen vorwerfen, einseitig zu berichten, wenn man selbst keinen Deut besser ist. Von zwei Menschen, die mit ihren Büchern so viel Erfolg hatten, hatte ich mir mehr Sachlichkeit gewünscht, mehr Differenziertheit. Und als dann jemand, der sich für Tierversuche ausspricht, als „Stimme der Vernunft“ gelobt und sehnlichst zurückgewünscht wird, da drehten sich mir die Innereien um und ich konnte keinen Satz mehr weiterlesen.

Fazit

Für mich nach der Hälfte nicht mehr zu ertragen – wirkt wie eine persönliche Abrechnung, nicht wie ein informatives Sachbuch.

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