|Rezension| Gina Damico „Hellhole – Wenn der Teufel bei dir los ist“

hellhole

penhaligon * 24.8.2015 * OT: Hellhole * ISBN: 978-3-7645-3142-3

 TB 14,99 € * eBook 11,99 € * Leseprobe

Klappentext

Max ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot, mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max‘ Mutter, wenn dieser ihm eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen … (© randomhouse)

Meinung

Es gibt Tage, das fühlt man sich, als wäre man in der Hölle gelandet. Für Max sind diese Tage Alltag – weil er eine Plastikdekokatze gestohlen hat, lockt er den Teufel in sein Haus. Beziehungsweise einen Teufel von vielen – Burk. Der ist zwar nur ein Teufel niedrigen Ranges, aber so missgelaunt und rüpelig, dass er es Max nicht einfach macht. Weder möchte er Hosen im Haus tragen noch etwas essen, was nicht gestohlen ist – und Burk isst eine ganze Menge. Was er aber am allerdringendsten will, ist Urlaub von der Hölle und dafür sein eigenes – natürlich gestohlenes – Haus. Ich hatte ja gehofft, dass Max sich jetzt auf eine ganz verquere Suche nach einem Haus macht, um Burk zufrieden zu stellen und dabei auch noch das Leben seiner herzkranken Mutter zu retten. Leider ist Max aber eher damit beschäftigt, sich zu überlegen, wie er Burk anderweitig wieder loswird und das durchaus auch mal auf echt langatmige Weise. Zumindest tritt er trotz aller Ideen, die er und Lore aushecken, immer weiter auf der Stelle und Burk blockiert das Sofa im Keller weiterhin. Gegen Mitte des Buches steigert sich die Geschichte dann jedoch im Erzähltempo, auch wenn sich die Ereignisse bis zum Ende hin nicht zwingend überschlagen. Aber man kann durchaus sagen, dass die Autorin kein Stück zimperlich ist mit ihrer Geschichte.

Die Figuren sind gewollte Klischees – Max ist der Außenseiter mit dem Nerdhobby (nämlich Paläontologie, weshalb er es fertig bringt, Burk überhaupt erst auszugraben) und den mickrigen Muskeln, aber dem weichen Herz hinter der Hühnerbrust. Er ist unbeholfen, was Mädchen angeht, und eigentlich herzensgut, was ihm die ganze Klauerei noch schwerer macht als eh schon. Seine beste Freundin Audrie dagegen ist das sprühende positive Leben, beliebt, selbstbewusst und großmäulig. Ihr gegenüber steht das obligatorisch düster-grüblerische Gothmädchen Lore, die aber auch nicht auf den Mund gefallen ist. So wurden Lore und Burk meine Lieblingscharaktere, weil beide einen trockenen schwarzen Humor besitzen, der am meisten auf meiner Wellenlänge lag. Außerdem macht man im Laufe der Zeit denselben Fehler wie Max und entwickelt Sympathie für und Vertrauen in Burk.

Denn der Humor in diesem Buch ist alles, aber bestimmt nicht dezent platziert. Am besten gefällt einem das Buch wohl, wenn man auf Furzwitze steht und die Pointen der Witze nicht erst suchen will. Am ehesten muss ich hier an Filme wie Dogma denken, vor allem an Charaktere wie Jay und Silent Bob. Muss man mögen – am besten liest man sich die Leseprobe durch, um das zu beurteilen.

Fazit

Grober Humor und eine nicht zimperliche Autorin münden in einer Geschichte, die zwar nicht neu und auch nicht ungeheim spannend ist, dafür aber unterhaltsam.

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