|Rezension| Kristien Dieltiens „Der goldene Ball“

dergoldeneball

Patmos * 25.8.2015 * ISBN 978-3-8436-0581-6

HC 14,99 € * Leseprobe

Klappentext

Irgendwo weit weg und ganz nah zugleich lebte ein Kind. Es war dort sehr glücklich, bis es sein liebstes Spielzeug verlor, einen goldenen Ball. Deshalb machte es sich auf den Weg, um nach ihm zu suchen. So wurde es als Menschenkind geboren und fand ein neues Zuhause bei seiner Mutter und seinem Vater. Als das Kind eines Tages seinen goldenen Ball wiederfand, ging es dorthin zurück, woher es gekommen war.

Wie traurig seine Eltern waren! Ihr Leben war leer geworden. Doch irgendwann sahen sie, dass der Himmel einen neuen besonderen Glanz für sie bekommen hatte. Und ganz langsam wurde es wieder hell und warm in ihren Herzen …

Eine warmherzige Geschichte voller Poesie über den Abschied von einem kleinen Menschen, den man liebt – und darüber, wie glücklich wir trotz allem sein können, ihn eine Zeitlang an unserer Seite gehabt zu haben.

Meinung

Verlust und Tod sind Themen, die schwer begreiflich für Kinder sind, von denen sie jedoch nicht verschont bleiben. Während sich das Buch „Charly“ vom Patmosverlag mit dem Verlust eines Haustiers beschäftigt, geht „Der goldene Ball“ dabei an, was passiert, wenn ein junger Mensch stirbt.

An dieses Thema geht die Autorin sehr poetisch und weniger konkret heran. Sie erzählt die Geschichte eines Kindes, das im Himmel lebt und dort mit seinem goldenen Ball spielt, der irgendwann auf die Erde fällt und das Kind ihm folgt, also geboren wird. Dass das Kind geschlechtslos ist, hilft dabei, dass man jede beliebige Person an seine Stelle setzen kann. Der Himmel wird hier auch nicht konkret benannt, er ist einfach das Oben, in dem es ruhig, warm und hell ist, ein Ort, an dem man gerne sein würde. Auch wird sich nicht auf eine bestimmte Religion bezogen, mit dem Kind spricht ein Jemand, wenn es im Himmel ist.

Man begleitet das Kind auf seinem Weg zu seiner neuen Familie, wie es seine himmlischen Teile ablegt und den Sternen, der Sonne, dem Mond und dem Wind gibt und diese dafür ein wärmendes Licht auf seine neue Familie senden, die sich sehr auf es freut. Man begleitet es, wie es auf der Erde groß wird, lernt und staunend entdeckt, was sie zu bieten hat. Und man begleitet es auf seinem Weg zurück, nachdem es seinen goldenen Ball gefunden hat und von Wind, Mond, Sonne und Sternen seine himmlischen Güter wiedererlangt und erlebt, wie die Trauer in den Eltern festsitzt und erst lange lange danach besser wird, denn es ist okay, traurig zu sein.

Es herrscht immer eine warme und liebevolle Stimmung in der Geschichte, das Kind fühlt sich von Anfang bis Ende geliebt und angenommen und sowohl das Geborenwerden als auch das Sterben ist für es eine Reise, auf der es immer unterstützt und begleitet ist. Die einzigen kalten Momente sind diejenigen, die die Eltern auf der Erde erleben, die ihr Kind verloren haben.

So poetisch und unkonkret der Text ist, so sind auch die Illustrationen. Sie sind insgesamt sehr dunkel gehalten, spielen mit verschiedenen Strukturen und Umrissen und ganz verschiedenen Maltechniken. Sowohl Bilder als auch den Text würde ich für die Kinder so unkonkret stehen lassen und die Bilder wirken lassen.

Fazit

Ein stilles und poetisches Buch über die Reise, die Geborenwerden, Leben und Sterben für ein Kind darstellen kann.

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