|Bloggeralphabet| A wie Arbeit

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52 Wochen – 26 Buchstaben – 26 Themen.
Alle zwei Wochen steht ein neues Stichwort im Raum, das mit dem Bloggen verknüpft ist.
Wie genau das Blogger-Alphabet funktioniert und wie du teilnehmen kannst, findest du hier.

Mein Job ist ganz einfach beschrieben: Ich habe mein zweites Staatsexamen als Realschullehrerin gemacht und habe nach abgeschlossenem Examen dann an eine Waldorfschule gewechselt. Dort arbeite ich gleichzeitig als Klassenlehrerin und als Fachlehrerin in der neunten und zehnten Klasse.

  • Bloggst du über das Thema, mit dem du auch deine Brötchen verdienst?

Nur im entferntesten Sinn. Ich lese und rezensiere auch Kinderbücher und Bücher, die sich um pädagogische Themen drehen. Die meisten Kinderbücher, wenn ich sie geeignet finde, landen in meiner Klassenbibliothek und aus den pädagogischen Büchern hole ich mir schon die eine oder andere Idee. Ich habs echt mal mit einem Blog über die Schule versucht, um mit dem Eso-Namentanzen-etc pp-Quatsch umzugehen, den man sich gerne über unsere Schulform erzählt – aber zwei Blogs sind zeitlich einfach utopisch und nun liegt er erstmal brach. Mir war dieser Blog hier einfach wichtiger.

  • Hast du beim Bloggen etwas gelernt, was dir im Job hilft – und umgekehrt?

Mal abgesehen von den Inspirationen aus den Büchern eigentlich nicht. Im Job bin ich organisierter als hier – Blogaktivität hängt bei mir an den freien Momenten, die ich habe. Vielleicht, dass ich in beiden Bereichen vorarbeiten muss, damit es reibungslos funktioniert. Und das funktioniert auch nicht immer.

  • Führt deine Firma einen öffentlichen Unternehmensblog und / oder einen internen Blog?

Keinen Blog, aber eine Homepage, die ich mitbetreue. Aber das hat wohl jede Schule.

  • Hast du bzw. würdest du deinen Blog in einer Bewerbung erwähnen?

Das habe ich tatsächlich. Da es hier nicht vorrangig um mein Privatleben geht, fand ich das kein Problem. Mein Blog ist mein Haupthobby, zeigt, dass ich mit Onlinethemen und Schreiben ein wenig umgehen kann. Er war jetzt aber sicher nicht sehr bedeutend dafür, dass ich eingestellt wurde…

  • Findest du, dass Bloggen Arbeit ist?

Teils teils. Ich denke, das hängt davon ab, wie sehr man sich unter Druck setzt. Ich merke, dass die Arbeit an der Homepage für mich zur Arbeit mutiert, weil es einen imaginären Muss-Stempel trägt. Das möchte ich für meinen Blog nicht. Meine Bücher, mein Blog, das ist meine Freizeit, meine Erholung, das, was mir Spaß macht. Natürlich könnte ich mit mehr Arbeit etc noch mehr Leser erreichen, aber das würde mir auf Dauer den Spaß am Bloggen verderben. Ich habe genug Arbeit, da muss mein Hobby nicht auch noch zur Arbeit mutieren.

Für andere Blogs muss ich sagen: Ja, Bloggen kann richtig viel Arbeit machen, das Bloggen kann sogar zu DER Arbeit werden. Hinter allem, was (die meisten?) Blogger tun, steckt Mühe und Herzblut, Zeit und Schweiß und manchmal Tränen. Vor allem, wenn man es lange aushält – dass so viele irgendwann hinwerfen, blogmüde werden, zeigt auch, dass Kraft und Geduld dazugehört, durchzuhalten.

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2 Gedanken zu “|Bloggeralphabet| A wie Arbeit

  1. Seitenfetzer schreibt:

    Ave,
    ein schöner informativer Beitrag. Wie ist es eigentlich so, an einer Waldorfschule zu unterrichten? Magst du deinen anderen Blog vielleicht mal verlinken?
    Mich würde schon interessieren, wie sich diese Schulform von meiner heute unterscheidet – der einzige Waldorfschüler, den ich kenne, ist nämlich etwa 2 Generationen älter als ich, deswegen dürften seine Erfahrungen wohl nicht mehr ganz dem aktuellen Stand entsprechen. ^^‘

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

    • umblaettern schreibt:

      Hallo Seitenfetzer,

      meinen anderen Blog findest du unter https://ichglaubichstehimwaldorf.wordpress.com/. Der liegt aber wie gesagt brach, denn vor allem ist es ein riesiger Haufen Arbeit, an einer Waldorfschule zu unterrichten, da blieb mir die Zeit nicht für 2 Blogs. Schade eigentlich.

      Was ist anders bei uns? Zum einen natürlich der bekannte Sermon von keine Noten (sondern Textbeurteilungen, Elterngespräche, mündliche Rückmeldung, Textzeugnisse bis zur 8. Klasse etc) und kein Sitzenbleiben (das basiert auf der Annahme, dass Kinder in einem bestimmten Alter bestimmten Unterrichtsstoff behandeln, der ihre Entwicklung abbildet). Hauptfächer werden in Epochen unterrichtet, dh. die Schüler haben 3 bis 4 Wochen jeden Morgen in den ersten zwei Stunden (sogenannter Hauptunterricht) das Hauptfach und dann die nächsten 3 bis 4 Wochen das nächste, in höheren Klassen gibt es zu Deutsch und Mathe auch noch Übstunden, die fortlaufen. Die Kinder lernen von der ersten Klasse ab gleich 2 Sprachen. Klassenlehrer bleiben je nach Schule mindestens 6 Jahre bei ihren Schülern, höchstens 8, dann bekommen sie einen Klassenbetreuer für den Rest der Zeit (das kann bis zum Quali sein, zur Realschulprüfung oder dem Abi nach 13 Jahren).
      Und ja, wir können unsere Namen tanzen, aber das lernen die Kinder sehr früh und eigentlich nur als Randerscheinung – Eurythmie ist schwer zu erklären und ganz schön kompliziert umzusetzen ;)
      Waldorfschulen sind selbstverwaltete Schulen, was bedeutet, dass wir keinen Direktor haben, sondern alle Entscheidungen gemeinsam als Kollegium und mit Zustimmung schuleigener Gremien treffen. Das heißt aber auch, dass man als Lehrer eben nicht nur Lehrer ist, sondern jeden Donnerstag Konferenz hat und in allen möglichen Arbeitskreisen herumgurkt (in meinem Fall Festkreis, Öffentlichkeitsarbeit, Aufnahmekollegium) und alle Pups lang auch samstags oder unter der Woche bis 11 an der Schule sitzt, weil wieder irgendeine Veranstaltung stattfindet. Elternabende finden alle 4 bis 6 Wochen statt.
      Außerdem haben wir einen künstlerischen Schwerpunkt, die Schüler haben durchgehend Kunst, Handarbeit, lernen mindestens ein Theaterstück pro Klasse, Unmengen an Liedern und Gedichten, Flöte mit dem Klassenlehrer, und der Unterricht selbst wird immer so bildlich wie möglich gehalten. Ab der 5. Klasse kommt noch Werken dazu, die Großen haben dann verschiedene künstlerische Epochen mit Fachlehrern, lernen Korbflechten und Bücherbinden etc (was genau die Epochen beinhaltet, ist aber auch wieder schulabhängig). Gartenbau ist auch ein wichtiges Fach, das sich durch die Klassen zieht.

      Ich hoffe, ich hab jetzt nichts Wichtiges vergessen.

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