|Rezension| Lou Timisono „Centum Night“

centum

Balladine Publishing * 21.05.2014 * ISBN 978-3945035177

TB 16,95 € * eBook 9,99 €

Klappentext

Mehr und mehr Länder schließen sich der Coastal Alliance an. Der Beitritt eines Landes verhilft der dortigen Elite zu einem Luxusrefugium, während die verarmte Bevölkerung in einer vom Verbrechen beherrschten Crime Zone leben muss.§Zwischen diesen Territorien befindet sich eine Hochsicherheitszone, deren Bewohner in monotoner Bedürfnislosigkeit gehalten werden. Wünsche nach emotionaler Nähe und sexuelles Verlangen werden auf hohem technologischen Niveau kontrolliert abgebaut. Hier, in Solocity, gibt es keine Gewalt.§Da geschieht das Undenkbare. In Solocity beginnt eine rätselhafte Mordserie. Agent Eddie Bellefleur erhält bei seinen Ermittlungen Hinweise auf ein weitgespanntes Netz aus Verrat und verborgenen Leidenschaften, das bis in die Spitze des Regimes reicht.Meinung

Mit Centum Night hatte ich einen schweren Start – nach einem heftigen ersten Kapitel war ich erst einmal komplett überfordert mit den ganzen neuen Begriffen, von denen nur die Hälfte zu Beginn erklärt wurde, und der Überzahl an verschiedenen Charakteren, die auch noch Spitznamen verpasst bekommen haben oder sonstwie umschrieben wurden. Und weil das noch nicht kompliziert genug war, gab es auch noch ungekennzeichnete Zeitsprünge in die Vergangenheit. Ich hatte wirklich null Ahnung, was gerade abging. Ich hätte nicht mal sagen können, wer denn nun jetzt die Hauptfigur ist.

Vom Anfang sollte man sich wirklich nicht abschrecken lassen. Nach und nach wird klarer, wie die Welt in Centum Night abläuft. Europa ist vor die Hunde gegangen und die Frage lautet nur: Wer sind diesmal die Mächtigen, die das Zepter in die Hand nehmen. Denn das, was aus Europa entstanden ist, funktioniert nicht besser. Entweder man lebt zwischen Kriminellen als Bonnie, was einen dazu zwingt, selbst auf die schiefe Bahn zu geraten. Oder man lebt als Solo und ist gefälligst regelhörig und emotionslos. Den Jackpot hat man, wenn man ein Younax ist, denn dann lebt man in Luxus und Sicherheit. Zumindest ist das der Plan. Dass das aber nicht lange gut geht und dass gleichzeitig Machthunger und Neid das System zu Fall bringen, ist vorprogrammiert.

Die Erzählart ist etwas derbe, das muss man schon mögen, um das Buch bis zum Ende durchzulesen. Auch fand ich den Weltenaufbau wirklich extrem männermachtlastig für meinen Geschmack, als wäre es auch in Zukunft undenkbar, dass Frauen einmal mehr zu sagen haben könnten. Google wird unter anderem dein bester Freund, wenn du wirklich verstehen möchtest, wovon gesprochen wird. Und die vielen Protagonisten muss man schon sortieren können, um wirklich durchzusteigen, und ziemlich wenige davon waren mir persönlich sympathisch. Ein luftigleichtes Lesevergnügen hatte ich ja nie erwartet, aber das Buch zu lesen war ehrlich gesagt manchmal echt harte Arbeit.

FazitFür jemanden, der es derbe mag und es liebt, sich in komplizierte, aber gut durchdachte Welten einzuarbeiten, sicher ein tolles Lesevergnügen.

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