Rezensionen · Thriller

|Rezension| Wolfgang Hohlbein „Mörderhotel“

mörderhotel

Bastei Lübbe * 8.10.2015 * ISBN 978-3-7857-2548-1

HC 22,00 € * eBook 16,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

230 Menschen gehen auf sein Konto: Herman Webster Mudgett, den unglaublichsten Serienmörder aller Zeiten. In Chicago errichtet er eigens ein Hotel, um seine Taten zu begehen. Ein Hotel, in dem es Falltüren, verborgene Räume, Geheimgänge, einen Foltertisch, ein Säurebad und eine Gaskammer gibt. Seine Opfer erleichtert er um ihr Geld und verkauft ihre Leichen an Mediziner. Niemand weiß, was im Kopf dieses Menschen vor sich geht. Bis die Polizei ihm auf die Spur kommt und eine gnadenlose Jagd beginnt …Meinung

Beim Titel Mörderhotel schoss mir sofort eine meiner Lieblingsserien in den Kopf: American Horror Story. In deren fünfter Staffel geht es auch um ein Hotel, das extra dafür gebaut wurde, dass der Hotelmanager seiner Mordlust frönen konnte und basiert lose auf einem real existierenden Hotel in Los Angeles.

Dem Klappentext nach erwartete ich mir dasselbe auch von Hohlbeins Buch. Tatsächlich fand ich einige Parallelen zwischen dem Buch und der Serie, die mir gut gefielen. Da ist zum einen Mudgett, der sich in „seinem“ Mörderhotel auskennt wie kein Zweiter. Er streicht durch geheime Gänge und versteckt seine Opfer in extra hergerichteten Kammern, die sowohl schalldicht als auch aufs Foltern ausgerichtet sind. Von Kind auf steckt das Morden in ihm und er glaubt, dass er einen geheimen Pakt mit dem Tod selbst geschlossen hat. Ebenfalls wie in der Serie bekommt er es mit einem Detektiv zu tun, der auf der Suche nach Mudgetts – von ihm ermordeten – Verlobten in seinem Hotel landet und dort herumschnüffelt, vor allem, weil deren Schwester Hotelgast bei ihm ist. Und auch Mörderhotel basiert auf einer wahren Geschichte – nämlich der des Serienmörders Herman Webster Mudgett, der in Chicago ein Hotel errichtet hatte, in dem er in geheimen Räumen ungestört morden konnte. Auch American Horror Story: Hotel spielt auf Holmes selbst an.

Tatsächlich liegt der Fokus mehr auf Mudgetts Geschichte selbst als auf den Morden – zwar beginnt man ziemlich brutal mit einer Mordszene im Hotel, dann lenkt die Geschichte aber auf zwei Handlungsstränge um. Zum einen kann man nachvollziehen, wie aus dem Sohn sehr religiöser Eltern schon im Kindesalter die Mordlust wächst, nachdem er sich einbildet, der Tod selbst hätte sein Leben gerettet und er wäre ihm etwas schuldig. Manche Brutalität wird sehr deutlich und detailliert beschrieben, während andere Szenen offen gelassen werden und sich der Leser selbst denken muss, wie grausam Mudgett mit seinen Opfern umgegangen ist. Die zweite Handlung beginnt in Chicago kurz vor Mudgetts Ende als Serienmörder mit der Ankunft des Versicherungsdetektivs Geyer, der von der Schwester der ermordeten Verlobten engagiert wurde, um diese zu finden. Man erlebt also zeitgleich Beginn und Ende seiner Karriere gleichzeitig.

Tatsächlich kann ich nicht sagen, ob es besser ist, die Geschichte von Mudgett zu kennen, bevor man das Buch liest, oder man es lieber bleiben lassen sollte. Ich habe ungefähr bei der Hälfte des Buches angefangen, Mudgetts Geschichte zu googeln und habe plötzlich Handlungsverläufe kapiert, die mir vorher komisch vorkamen, hab mich aber ehrlich gesagt auch so mächtig gespoilert, dass ich das Buch nicht mehr als Thriller, sondern tatsächlich als eine Art kreative Biographie gelesen habe. Hier kommt es wohl darauf an, was man von dem Buch wirklich möchte. Im Nachhinein hätte ich es lieber ohne Vorwissen gelesen. Doch so ganz nah an der Wirklichkeit ist die Geschichte von Mudgett sowieso nicht, da er mittendrin auch ein Gastspiel als Jack the Ripper in London gibt.

Mörderhotel ist ein ganz schöner Wälzer, hat sich aber meines Empfindens nach nur sehr selten irgendwie gezogen. Man kann nicht sagen, dass man vor lauter Spannung an das Buch gefesselt wird – eher ist es eine Art Seltsamer Neugierde und Faszination am Bösen, das einen die Geschichte verfolgen lässt.

FazitFür Fans von American Horror Story: Hotel, Thrillern, die auf wahren Begebenheiten beruhen oder für jemanden mit der Faszination für das Böse.

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2 Kommentare zu „|Rezension| Wolfgang Hohlbein „Mörderhotel“

  1. Hey Hey,
    Danke für die tolle Rezi!
    „Das Mörderhotel“ liegt auch schon ein Weilchen auf meinem Wunschzettel.
    Und danke für den Vergleich mit „AHS“, denn die Serie schaue ich zur Zeit sehr gerne. BIn zwar erst bei der 3. Staffel, aber schon gespannt, was da auf mich zukommt.
    Liebe Grüße Melli

  2. Hallo,
    vielen Dank für deine schöne Rezension!
    Ich habe gerade ebenfalls eine Rezension zu diesem Buch geschrieben und werde sie morgen veröffentlichen. Es war mein erstes Hohlbein-Buch, und ich muss leider sagen, dass ich mehr erwartet hatte. Deshalb glaube ich nicht, dass ich in nächster Zukunft ein weiteres Buch von ihm lesen werde.
    Liebe Grüße
    Ina

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