|Rezension| Stephan Remmler „Heinrich, Schweinrich und die fliegenden Krokodile“

heinrich schweinrich

Kösel * 28.09.2015 * ISBN 978-3-466-34610-3

HC 12,99 € * eBook 9,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Der gar nicht so kleine Kleine Prinz Heinrich reist mit seinem Freund, dem Schweinrich, aus dem Land Tuputz, in dem alle Menschen und Tiere miteinander sprechen können, auf der Eisenbahn ins farbenfrohe Catanga. Der als Mensch verkleidete Schweinrich lernt das Farbentrinken, während der Kleine Prinz Heinrich die wunderschöne Tumalina trifft. Heinrich schmiedet schon Pläne für die Hochzeit, doch da wird seine Angebetete entführt. Natürlich hilft da nur eins: „Hüh!“ ruft der Schweinrich und los geht es zum Hafen Portobal, wo sie dem bösen Entführer ordentlich eins auf die Mütze geben und Tumalina befreien.
Meinung

Heinrich, Schweinrich und die fliegenden Krokodile ist eigentlich ein Kinderbuch. Eigentlich sage ich deshalb, weil es Aspekte gibt, die mich etwas daran zweifeln lassen haben.

Prinz Heinrich ist der zukünftige Thronfolger des Landes Tuputz, in dem Tiere sprechen können und alle Bewohner sowieso ganz außergewöhnliche Fähigkeiten haben, die Heinrich wie aus der Luft gegriffen an den nötigen Stellen einfallen, wenn sie praktisch sind. Das ist aber typisch Kinderbuch – keine großartigen Erklärungen der abgefahrenen Sachen, die die Protagonisten können, und sprechende Tiere sind hier keine Neuigkeit mehr. Was mich an Heinrich und Schweinrich eher gestört hat, ist, dass beide so alt sind. Beide wollen, bevor der Ernst des Lebens losgeht, noch einmal aus Tuputz heraus und die Welt erkunden. Und als sie zurückkehren, lässt das Thema Heirat und Kinder auch nicht mehr lange auf sich warten. Sowieso dreht sich bei Heinrich und Schweinrich viel um Liebe und Flirten – bei Heinrich um die erste große Liebe, die sofort eintritt und bei der er sich anstellt wie ein kleiner Junge, bei Schweinrich eher um lockere Flirtereien neben seiner eigentlichen Beziehung, bei denen er sich auch gleich im nächsten Dorf eine Bekanntschaft anlacht. Vor allem letzteres ist mir persönlich sehr sauer aufgestoßen – ebenso wie die Tatsache, dass es sowohl Heinrich als auch Schweinrich mit dem Alkohol sehr locker nehmen und sich ersterer sogar aus Frust betrinkt. Das sind keine Vorbilder, von denen ich meinen Kindern erzählen möchte.

Die Geschichte abseits dieser Punkte jedoch war nett ausgedacht und bringt die Kinder in eine ihnen fremde Welt, in denen Züge so voll sind, dass man auf ihrem Dach mitfährt, und man in der Nacht unter dem Sternenhimmel schlafen kann, weil es so warm ist. Aber auch Themen wie Armut und Menschenhandel werden angesprochen. Dass eine Transsexuelle ganz selbstverständlich als Hauptfigur mit ins Buch eingebaut wird, trägt zur Vielfältigkeit noch bei.

Die Illustrationen von Kai Pannen sind alle sehr bunt, liebevoll und detailreich und in großer Zahl ins Buch eingebaut. Sie machen die Geschichte zu einem echten Hingucker beim Vorlesen.

FazitEine schön illustrierte und im Grunde auch sehr nette Geschichte, deren Figuren aber nicht per se als Vorbilder für Kinder dienen sollten.

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