Jugendbuch · Rezensionen

|Rezension| Ruth Olshan „All die schönen Dinge“

schöne dinge

Oetinger * 22.02.2016 * ISBN 978-3-7891-0371-1

HC 14,99 € * eBook 11,99 €

KlappentextTammie hat eine Vorliebe für Pistazieneis. Und für Sprüche. Genauer gesagt: für Sprüche, die auf Grabsteinen stehen. Ein etwas ungewöhnliches Hobby für eine 16-Jährige. Weniger ungewöhnlich wird es, wenn man weiß, dass Tammie ein Aneurysma im Kopf hat. Es hat sich dort inmitten ihrer Synapsen bequem gemacht und kann jeden Moment explodieren. Oder eben nicht. Das ist die entscheidende Frage und um die kreist ziemlich viel in Tammies Leben. Erst als Tammie eines Tages auf dem Friedhof einen Jungen kennenlernt, der an Grabsteinen rüttelt, ändert sich von Grund auf alles für sie.

Meinung

Ich hatte bei All die schönen Dinge ja zuerst im Kopf, dass ich ein Buch wie Das Schicksal ist ein mieser Verräter oder The Probability of Miracles in den Händen halte, das sowieso nur tragisch enden kann. Dieser Überzeugung war ich noch sehr lange, denn zu Beginn haut es echt in die altbekannte Kerbe:

Tammie ist ein todkranker Teenager, von ihren Eltern in Watte gepackt, die noch nie so richtig verliebt war und plötzlich einen Jungen trifft, dem sie ihr Herz schenken möchte. Klingt doch so unheimlich bekannt. Doch hier nimmt das Buch eine ganz andere Wendung als man erwartet. Schon bevor Tammieso richtig auf Fynn trifft, hat sie die Nase voll vom beschützten Leben und kämpft sich aus der Rolle des wohlbehüteten Töchterchens heraus. Und gegen alle Erwartung ist dies ein genauso großer Befreiungsschlag für Tammies Familie – anstatt ihr ewige Vorwürfe zu machen, rappeln sich sowohl ihre Eltern als auch ihr Bruder nach dem ersten Schock auf und beginnen, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Sie kümmern sich um ihre eigene Gesundheit und ihr berufliches Glück und lassen los. Dennoch hält niemand damit hinter dem Berg, dass sie Angst um Tammie haben und Tränen fließen ohne Ende.

Tammies und Fynns Liebesgeschichte ist zuckersüß – so zuckersüß, dass sie fern von jeder Realität ist. Fynn sagt immer die richtigen Sachen, tut immer die richtigen Dinge, ist verständnisvoll, lieb und hält immer zu ihr. Und das nach kürzester Zeit, denn zum Verlieben brauchen die beiden nicht lange. Außerdem hat er diese Traumschwiegermutter im Schlepptau, die ebenfalls immer die richigen Dinge tut und Sachen sagt und ganz offen und locker mit ihrem Sohn und seiner neuen Freundin umgeht. Und gerade deswegen fällt es einem schwer, die Charaktere nicht zu mögen – sie sind gleichzeitig originell und liebenswert.

So einen richtigen Faden habe ich etwas vermisst – man begleitet Tammie und Fynn dabei, wie sie sich verlieben, Zeit miteinander verbringen, Friedhofrätsel um Frau Blumentopf lösen und sich Halt geben. Zwar sieht man eine deutliche Entwicklung darin, wie Tammie ihr Leben sieht und umkrempelt, aber als einziger roter Faden ist das etwas zu wenig. So hatte ich in der Mitte des Buches auch das Gefühl, dass sich die Geschichte ein wenig zieht. Trotzdem habe ich am Ende Unmengen an Tränen vergossen – nur aus ganz anderen Gründen, als ich zu Beginn gedacht hatte.

Fazit

Dieses Buch hält, was der Klappentext verspricht und ist trotzdem wieder ganz anders, als man erwartet. Auf jeden Fall werden Tränen fließen!

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Ein Kommentar zu „|Rezension| Ruth Olshan „All die schönen Dinge“

  1. Huhu :) sehr schöne Rezension! Dieses Buch mit der zuckersüßen Liebesgeschichte, wie du es geschrieben hast landet sofort auf meiner Wuli hihi
    Allerliebst, Jessie ♥︎

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