Jugendbuch · Rezensionen · Thriller

|Rezension| Marcel van Driel „Pala. Das Spiel beginnt“

pala

Oetinger * 22.04.2016 * OT: Superhelden.nl (Pala #1) * ISBN 978-3-8415-0353-4

TB 10,99 € * eBook 9,99 € * Leseprobe

Klappentext Die Regeln des Spiels sind gnadenlos: Überall auf der Welt spielen Jugendliche ein Online-Game, bei dem man Abenteuer auf der virtuellen Insel Pala bestehen muss. Auch Iris ist von dem Spiel begeistert, bis es plötzlich Realität wird. Denn die Insel gibt es wirklich. Und die besten Spieler werden nach Pala entführt und dort von Mr Oz, dem Erfinder des Spiels, zu Geheimagenten ausgebildet. Doch welches Ziel verfolgt Mr Oz, und wie kann man von der Insel entkommen? Fest steht nur eins: Auf Iris warten große Gefahren, und bald weiß sie nicht mehr, wem sie vertrauen kann.

Meinung

Als ich Pala begann und die ersten zwei Seiten gelesen hatte, dachte ich: Joah, etwas stacksiger Schreibstil, durchschaubare Story… und dann dachte sich das Buch so: Ätsch, reingelegt. Tatsächlich überliest man nämlich gerne Ort- und Sichtwechsel einfach im Lesefluss und findet sich letztendlich an ganz anderer Stelle wieder als man dachte. Auch die Figuren sind sehr wechselhafte Charaktere, man kann sich selten auf sie verlassen, weil alles, was sie tun, darauf basiert, Mr. Oz glücklich oder zumindest milde zu stimmen und damit sich selbst zu retten. Immer wieder wird man in die Irre geleitet und neue Informationen kommen ans Licht, die die Handlungen der Protagonisten in ein neues Licht rücken.

Der Schreibstil wurde aber auch weiterhin nicht besser. Die Sätze sind abgehackt und kurz, insgesamt klingt alles irgendwie holprig und stört den Lesefluss. Die eingefügten fremdsprachigen Ausdrücke wirken dabei noch sehr aufgesetzt und bringen mich immer wieder dazu, darüber zu stolpern.

Insgesamt ist hier alles etwas zu sehr „zu“ – der finstere Boss Mr Oz ist zu allmächtig, die Tests, die er durchführt, sind zu fern jeder Angemessenheit, die Protagonisten sind mir zu jung für ihr Handeln (es fällt mir auch extrem schwer, ein 13jähriges Kind und das Wort „sexy“ unter einen Hut zu bekommen, sorry). Genauer gesagt: Mr. Oz kann alles. Er kann Kinder und Jugendliche verschwinden lassen, wie es ihm in den Kram passt, er hat einen eigenen Satelliten, damit seine Lakaien immer Handyempfang haben, und kann Bomben auf belebten öffentlichen Plätzen an den offensichtlichsten Stellen platzieren, ohne dass es iiirgendjemand mitbekommt. Von der eigenen Insel ganz zu schweigen und allem, was sich dort noch offenbart. Der Mann hat Geld wie Heu oder die Fähigkeit, anderweitig echt kostspieligen Kram herzubekommen – und dann hat er nichts anderes zu tun, als Teenager gegeneinander auszuspielen? Ich meine, wenn er schon diese vielen superbegabten Kiddies um sich scharen will, wieso nutzt er seine Zeit dann nicht für sinnvollere Sachen, als sie sich mit Intrigen zu vergrämen. Bis zum Ende hin hat man sowieso keine Ahnung, was der Mensch denn nun wirklich will, nur, dass er ein absoluter Klischeebösewicht ist, der aus einem Spidermancomic gekrochen sein könnte.

Diese Kinder sind so super, die können mit 13 eiskalt Bomben entschärfen und andere Kinder kidnappen. Zugegeben, das ist in vielen anderen Buchreihen auch nicht anders, aber irgendwie hat es mich selten so gestört wie hier. Vielleicht lag das auch daran, dass das Maß der Aufgaben, die sie erfüllen sollen, entweder echt witzlos einfach waren (Mal ehrlich, der superschwere letzte Test im Computerspiel ist doch ein Witz, oder?) oder grenzwertig extrem. Sogar mit 8 sind sie schon abgebrühte angehende Superhelden mit dem Durchblick.

Andererseits führt diese Extreme auch dazu, dass einem mit diesem Buch zumindest nicht langweilig wird. Sicher gibt es die eine oder andere Länge dazwischen, größtenteils rauscht die Handlung aber nur so voran. Immerhin möchte man doch wissen, wie die Protagonisten ihre Situation meistern. Dabei gelingt es aber nicht, eine Verbindung mit den Charakteren aufzubauen. Sie bleiben alle irgendwie oberflächlich und farblos, sogar, wenn man sie das ganze Buch hindurch begleitet. Kein Tod, kein Verrat schockt einen wirklich, weil die Figuren zwar nett und spannend zu beobachten sind, aber einem einfach nicht ans Herz wachsen können.

Fazit

Eine nette Idee, die an Schreibstil und Unglaubwürdigkeit scheitert, obwohl sie mit ihrer Spannung durchaus auch punkten kann.

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Ein Kommentar zu „|Rezension| Marcel van Driel „Pala. Das Spiel beginnt“

  1. Liebe Heike,

    danke, für deine Rezension.
    Gestern stand ich im Buchladen schon vor dem Titel.
    Hab hin- und herüberlegt…
    Aber jetzt bin ich doch ganz froh, dass ich es (noch) nicht mitgenommen habe.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Ramona

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