|Rezension| Claus Bisle „Quintus Zickel und die Schwebewesen“

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Fabulus-Verlag  * 29.02.2016  *  Die Schwebewesentrilogie #1 * ISBN 978-3-944788-16-6

HC 16,95 €  * eBook 12,99 € * Leseprobe * Autor

Klappentext

Ein verbotener Garten ist das Refugium von Julia und Simon. Eines Tages stoßen sie dort auf den Eigentümer, Professor Quintus Zickel, der die Welt der Düfte und Gerüche erforscht. Als sich sonderbare Vorfälle in ihrem Umfeld ereignen, wird er ihr Verbündeter. Ist Simons Vater in dunkle Machenschaften verstrickt? Welche Rolle spielt der Dieb, der Julia bedroht? Warum fallen mehrere Menschen ins Koma? Der Professor entdeckt den Zusammenhang mit den unsichtbaren Schwebewesen und führt Simon in deren Geheimnisse ein. Nach und nach fügt sich ein Mosaikstück ans andere. Ausgestattet mit übernatürlichen Fähigkeiten und unterstützt von seinen Freunden kann Simon das Rätsel um die Komafälle lösen und Julia retten. Doch ihre Gegner setzen sich zur Wehr …

Meinung

So vieles in der Welt ist noch nicht zufriedenstellend geklärt, so vieles kann noch erforscht und entdeckt werden. Mit diesem Gedanken spielt Quintus Zickel und die Schwebewesen. Denn um die beiden Protagonisten geschehen seltsame Dinge – Julia entdeckt die seltsame Art eines Kaufhauses, Ladendiebstahl zu entlarven und Simons Haushälterin fällt ins Koma, ohne dass dafür ein ersichtlicher Grund besteht. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie auf den etwas abgedrehten Professor Quintus Zickel und dessen Entdeckung der Schwebewesen.

Die Geschichte klingt an sich ja unheimlich spannend und tatsächlich gibt es da rätselhafte Krankheiten, einen verwilderten Garten, miese Schlägertypen und Verschwörungen zu entdecken. Doch zwischen den ganzen spannenden Ereignissen zieht sich die Geschichte leider immer wieder etwas in die Länge. Das liegt vor allem daran, dass die Protagonisten so unheimlich umständlich denken. Oft dachte ich mir: Das hättest du jetzt aber leichter und erfolgreicher haben können. Das Ende wurde dann doch noch ziemlich rasant, auch wenn die Auflösung des Geheimnisses recht durchschaubar war.

Dabei sind Simon und Julia zwei sympathische Charaktere und auch die anderen Figuren sind eigentlich lebensnah und liebenswert gestaltet. Wahrscheinlich hat es mich deswegen gestört, dass der Professor selbst so überspitzt dargestellt wurde. Es gibt viele gute Beispiele dafür, wie man verrückt und genial miteinander kombinieren kann, ohne es ins Lächerliche kippen zu lassen. Bei Quintus Zickel funktioniert das leider nicht – er ist eine Karikatur zwischen realitätsnahen Figuren. Wobei ich auch an dieser Realitätsnähe noch ein kleines Manko entdeckt habe: die Figuren sprechen genauso gestelzt, wie der Rest der Geschichte geschrieben ist. Es spricht ja nichts dagegen, im Erzählteil auf Umgangssprache zu verzichten und sich als gut ausgewählte Formulierungen zu stützen, doch Kinder in diesem Alter sprechen einfach nicht so.

Sehr schön hingegen fand ich die Idee der Schwebewesen, die zum Beispiel dafür verantwortlich sind, dass Blumen riechen. Man bekommt durch die Augen von Simon ja einen Eindruck davon, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder die Schwebewesen sehen könnte – und die Beschreibungen haben schon ein wenig den Wunsch geweckt, diese bunten, quirligen, glitzernden Wesen auch einmal selbst sehen zu können. Auch mit der Idee im Hinterkopf habe ich meine Umwelt erst einmal ganz anders gesehen.

Fazit

Eine sehr schöne Idee mit liebenswerten Charakteren, deren Manko aber leider ihr Namensgeber und die zum Teil aufgesetzte Sprache sind.

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