|Unterwegs| Magellan wird 2- die Feier!

magellan5Der Magellan-Verlag feierte seinen zweiten Geburtstag und lud dazu am 23. Juli eine Menge Blogger aus Nah und Fern ein, um im Verlagsgebäude eine kleine Party zu schmeißen. Da Magellan einer der wenigen Verlage ist, die direkt vor meiner Haustür zu liegen scheinen, freute ich mich umso mehr, einen Blick in die heiligen Hallen werfen zu können und dabei auch noch ein paar liebgewonnene Mitblogger einmal wieder live zu sehen.

Die Anfänge

Begrüßt wurden wir zuerst von Herrn Rebscher, dem Verlagsleiter, der mit uns zurückblickte, wie alles begann. Nachdem er schon für Verlage wie Arena und Loewe gearbeitet hatte, wollte er seine eigenen Vorstellungen verwirklichen. So kam ihm die Idee für den Verlag schon 2011, der Verlag wurde aber am 17.12.2012 gegründet. Damals standen noch 200 Namen zur Auswahl, bis man sich auf Magellan geeinigt hatte – Magellan war, wie ihr sicher wisst, ein Entdecker, aber kein Eroberer, also genau richtig für einen Verlag, der in zweierlei Hinsicht neue Welten entdecken wollte: mit seinen Büchern, aber auch mit seinem andersartigen Konzept. Der Wal im passenden Logo traf dann einfach den maritimen Ton und wer kann diesem knuddeligen schwarzen Meeressäuger auch schon widerstehen? Eben!

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Was macht Magellan anders?

imageZum einen beliefert Magellan Amazon nicht direkt. Außerdem bieten sie keine eBooks an, weil sie Wert auf die Haptik von Büchern legen. Tatsächlich sind die Bücher von Magellan auch immer ein besonderes Erlebnis für Augen und Hände beim Lesen. Besonderen Wert legen sie auch auf Nachhaltigkeit, was das grüne Logo „Natürlich Magellan“ verdeutlicht. Für alle Bäume, die zum Druck ihrer Bücher verbraucht werden, lassen sie zum Beispiel neue Setzlinge pflanzen. Als junger Verlag kann Magellan noch viel ausprobieren und wir können uns sicher noch auf die eine oder andere neuartige Idee freuen.

Magellan und Social Media

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde sprachen wir mit Cara und Viola über ihre Arbeit im Pressebereich. Dabei verrieten sie zum Beispiel, dass ihnen das Zusenden von Beleglinks die Arbeit sehr erleichtert und dass die Blindversendungen von Büchern an Blogger natürlich nicht wirklich so „blind“ sind, wie sie zuerst scheinen, vor allem wenn man nur ein kleines Kontingent hat.

Danach diskutierten wir darüber, welche Social Media Plattformen sie nutzen und welche wir als sinnvoll erachten würden. Dabei wurde vor allem klar, dass auch wir anwesenden Blogger ganz verschiedene Schwerpunkte setzen – ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Twitter und Instagram und finde Facebook eher nervig, anderen geht es genau andersrum. Momentan ist Lovelybooks auf Facebook und Lovelybooks vertreten.

Die heiligen Hallen

Danach ging es auf eine Erkundungstour durch das Verlagsgebäude, in dem übrigens auch der Schrecken meiner Referendariatszeit sitzt: Der C.C. Buchner-Verlag (dessen Quellen im Geschichtsbuch hat immer keiner meiner Schüler verstanden…). Wir durften in einige Büros spitzen und bekamen erklärt, was die betreffenden Mitarbeiter genau machen.

Das Lektorat

Danach durften wir Fragen zum Lektorat stellen. Man stellt ich das Lektorendasein ja irgendwie schön vor so als unbedarfter Leser: sein Hobby zum Beruf machen. Tatsächlich erfuhren wir, dass oft abseits der Arbeit gar nicht mehr gelesen wird. Kein Wunder, denn zu geschäftigen Zeiten, wie um die Buchmesse herum, prüfen Lektoren 5 bis 6 Texte pro Tag! Für die genaue Bearbeitung eines Textes hat man dann im Idealfall 1,5 bis 2 Jahre und im schlimmsten Fall 6 bis 9 Monate Zeit. So kümmern sich Verlage – während wir Blogger noch mit dem aktuellen Programm beschäftigt sind – schon um das Programm in zwei Jahren. Die Entscheidung, für welches Alter man ein Buch empfiehlt, ist ein Zusammenspiel zwischen Erfahrung und der Einschätzung des Autors und richtet sich nach Sprache, Inhalt und dem Alter der Figur.

Magellans tolle Cover entstehen dadurch, dass in einem kleinen Team viel direkt besprochen werden kann anstatt an eine externe Agentur abgegeben zu werden. Dabei können alle zusammen Brainstormen, ihre Meinung und Idee abgeben und das gesamte Programm im Auge behalten.

In ähnlicher Zusammenarbeit entstehen auch die Programme: nachdem man im „Taubenschlag“ des Agenturcenters auf den Buchmessen eine Vorauswahl getroffen hat,  werden die Manuskripte in den Verlag bestellt und dort noch einmal eine Vorauswahl getroffen. Dann beginnt die Auktion um die begehrten Titel, bei der die Verlage versuchen, den Titel für sich bekommen. Das Programm von Magellan besteht 50:50 aus deutschen und englischen Büchern. Erstaunt hat mich auch, dass deutschsprachige Autoren mehr Arbeit für den Verlag bedeuten, was aber daran liegt, dass sie bei fremdsprachigen Titeln nur Übersetzungsrechte erwerben.

Bei deutschen Autoren hat der Lektor noch mehr zu tun. Wichtig ist die Kommunikation zwischen den beiden, die auch von gegenseitigem Respekt lebt. So ist der Lektor zwar eine beratende Kraft. Der Kontakt zu Autoren ist aber auch sonst sehr wichtig und Magellan bemüht sich, sie in PR-Aktionen miteinzubinden.

Für Debütautoren wird geraten, sich eine Agentur zu suchen – die kann Tipps geben und zeugt davon, dass man schon einmal jemanden mit seiner Idee überzeugen konnte, bevor man sich an den Verlag wendet. Die Wahrscheinlichkeit, mit unverlangt eingereichten Manuskripten veröffentlicht zu werden, ist gering. Da muss das Manuskript schon herausragend toll sein.

Katrin Zipse

Katrin Zipses Glücksdrachenzeit war das erste Buch, das ich von Magellan gelesen hatte. Umso schöner fand ich es, dass sie bei ihrer Lesung aus all ihren drei Büchern vorlas: Glücksdrachenzeit, Die Quersumme von Liebe und Antonia rettet die Welt. Danach nahm sie sich noch Zeit, um unsere Fragen zu beantworten. So erfuhren wir zum Beispiel, dass sie Nebenfiguren sehr wichtig findet, weil sie  ebenfalls mit ihrer Geschichte Lösungswege aufzeigen können, und dass ihre Figuren in ihrem Kopf schon immer mit den oft ungewöhnlichen Namen verbunden sind, die sie haben. Außerdem fällt es ihr leichter, aus der Mädchenperspektive zu schreiben, auch wenn die Jungsperspektive genauso wichtig ist. Ihre Bücher hält sie aber für Jungs-und-Mädchen-Bücher.

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Schwere Themen findet sie interessanter zu schreiben, denkt aber, dass sie die Leser erst ansprechen, wenn sie in einer Umbruchsphase in ihrem Leben sind. Ihre Bücher docken auch an ihrem eigenen Leben an. So basiert Mrs. Wedlock aus Glücksdrachenzeit zum Beispiel auf einer Souffleuse, die sie zu ihrer Theaterzeit kennengelernt hat.

Im Anschluss durften wir Bücher signieren lassen, was ich natürlich genutzt habe und mir gleich alle meine Bücher von ihr habe unterschreiben lassen. Normalerweise bin ich ja immer ganz verschüchtert, wenn ich Autoren treffe, aber Katrin hat es einem sehr einfach gemacht, sich mit ihr zu unterhalten.

Dann gab es noch Sekt, Orangensaft und Kuchen für den Wal – mit Kuchentellern in der Hand standen wir dann noch etwas beisammen, unterhielten uns und machten uns danach sehr zufrieden auf den Heimweg. Mitnehmen durften wir übrigens auch eine Tasche voller Geschenke vom Wal.

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Ich hoffe, das war nicht der letzte Bloggertag beim Wal in Bamberg und dass uns Megallan noch lange lange erhalten bleibt, damit wir irgendwann nciht den zweiten, sondern den zwanzigsten Geburtstag feiern können.

Weitere Beiträge zum Geburtstag findet ihr hier bei Bianca, Brösel, Franzi, Daniela und Marie.

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6 Gedanken zu “|Unterwegs| Magellan wird 2- die Feier!

    • umblaettern schreibt:

      Es war wirklich richtig gut! (: Die richtige Mischung aus Planung und Offenheit für das, was so passieren kann. Wir durften zum Beispiel alles fragen, was wir wollten, das war viel besser als so ein einseitiger Vortrag.

  1. Karin schreibt:

    Was für ein süßer Beitrag und was für eine tolle Veranstaltung! Ich finde es wirklich schön, dass der Verlag viel Wert auf das „Buch an sich“ legt und sich mehr dafür, als für E-Books einsetzt. : D Ich bin einfach noch nicht wirklich bei den E-readern angekommen und werde es wohl nie. Bücher müssen für mich einfach weiterhin mit „realem“ Umblättern verbunden sein.. :)

    Liebe Grüße
    Karin

    • umblaettern schreibt:

      Ich mag meinen Kindle fürs Bett echt gerne, weil ich gerne auf der Seite liege und lese, das find ich mit normalen Büchern immer ermüdend für die Arme. Aber ehrlich gesagt vergesse ich viele Bücher sofort, wenn ich sie runtergeladen habe, wieder. Gut finde ich, dass Magellan es auch einfach wert macht, sich die Bücher richtig zu kaufen, mit tollen Coverdesigns, auch unter den Schutzumschlägen etc.

  2. Miss Bookiverse schreibt:

    Ich wusste gar nicht, dass hinter diesem Verlag auch ein so tolles Konzept steht. Ich bin ein bisschen neidisch auf deinen Streifzug (und auf jeden der so einen kleinen schwarzen Wal hat), aber schön, dass ich durch deinen Bericht immerhin dran teilhaben konnte. Ich hoffe es entstehen bald noch mehr so schöne kleine Verlage mit Herz (und Wal).

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