Drama · Rezensionen

|Rezension| J.K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany „Harry Potter and the Cursed Child“

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Little Brown Book Group * 31.07.2016  * ISBN 978-0-751-56535-5

HC 19,99 €  * eBook 14,99 € * Theaterstück

Klappentext

Based on an original new story by J.K. Rowling, John Tiffany, and Jack Thorne, a new play by Jack Thorne, Harry Potter and the Cursed Child is the eighth story in the Harry Potter series and the first official Harry Potter story to be presented on stage.

It was always difficult being Harry Potter and it isn’t much easier now that he is an overworked employee of the Ministry of Magic, a husband and father of three school-age children.

While Harry grapples with a past that refuses to stay where it belongs, his youngest son Albus must struggle with the weight of a family legacy he never wanted. As past and present fuse ominously, both father and son learn the uncomfortable truth: sometimes, darkness comes from unexpected places.

Meinung

So whether you come back by page or by the big screen, Hogwarts will always be there to welcome you home.

Als ich erfahren habe, dass das Skript zu Harry Potter and the Cursed Child veröffentlicht wird, habe ich es schneller vorbestellt als ich denken konnte. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, bereue ich es auch immer noch nicht. Es gab wunderbare und weniger überzeugende Seiten an diesem Stück und wie es sich lesen ließ. Diese Punkte enthalten SPOILER!

Weniger gefallen hat mir:

  • Dass James und Lily Potter so wenig vorkamen. Zwar treten sie zu Beginn in Erscheinung, scheinen aber den Rest des Stückes nur wenig bis gar keinen Einfluss darauf zu haben, wie die Geschichte weitergeht. Harry, Ginny und Albus scheinen eine sehr enge Bindung zu haben, obwohl gerade das Gefühl des Gegenteils Albus quält. Doch mit Lily und James beschäftigt sich niemand, auch nicht, als auf ihrem Schulgelände jemand stirbt oder ihr Bruder verschwindet.
  • Dass Rose zwar eine große Rolle für Scorpio spielt, aber im Stück an sich auch herzlich wenig Bedeutung hat. Und wo war bitte Teddy Lupin?
  • Ich hatte das Gefühl, dass Rowling mit vielen Problemen aufräumen wollte, die sich im Nachhinein des siebten Bandes aufgetan hatten, vor allem mit der Kritik an Dumbledore und Snape. Beides fand ich auch jetzt noch sehr unbefriedigend gelöst. Beide hatten einfach offensichtliche Charakterschwächen, die sich nicht wegreden lassen. Immerhin gibt sie so durch die Blume zu verstehen, dass sie gemerkt hat, dass hier den Fans einiges sauer aufgestoßen ist.
  • Die Offensichtlichkeit des Plottwists. Wer hat Delphis wahre Identität nicht schon vorher kommen sehen?

Glücklich bin ich aber darüber:

  • Die Rückkehr nach Hogwarts. Aus Prinzip. Ich schimpfe selten bis nie darüber, wenn meine Lieblingsautoren ihre Geschichten ausreizen. Wenn ich selbst nicht loslassen kann, wie kann ich das von denen erwarten, in deren Köpfen das alles Form angenommen hat? Auch wenn man sehr wenig von der Schule mitbekommt, war es doch schön, wieder in Harrys Welt unterwegs zu sein. Man bekommt so viel davon mit, was sich im Leben der Protagonisten der Bände geändert hat und kann gleichzeitig einen Blick in die Vergangenheit werfen.
  • Dass Scorpio, Albus und Rose so ganz anders waren als ihre Eltern – das macht Rose nicht unbedingt sympathisch, aber was solls. Albus nach Slytherin zu schicken, fand ich einen geschickten Schachzug, dass sie alle irgendwie unter ihren berühmten Eltern leiden auch. Es wäre doch zu langweilig geworden, wäre Albus ein so automatisch liebenswerter, von allen in den Himmel gelobter Charakter wie sein Vater geworden.
  • Die Geschichte konnte mich wieder mitreißen. Ich fand sie spannend, lustig, erschreckend und habe am Ende sogar geweint. Damit bin ich höchst zufrieden. Es war keine typische Harry Potter-Geschichte. Kein Stück sogar. Aber als Theaterstück funktioniert sie einfach.
  • Dass der Sprachgebrauch an unsere Zeit angepasst wurde. Ich weiß, dass viele das ganz blöd fanden, aber dass gerade Ron versucht – in seiner Albernheit und als jemand, der beruflich weiterhin mit Kindern und Scherzartikeln zu tun hat – sich sprachlich anzupassen, fand ich sehr richtig. Das macht den Zeitunterschied einfach gut deutlich.
  • Die blumigen Regieanweisungen – das kenne ich so nicht und weiß nicht, ob das nicht mittlerweile üblich ist, aber ich hatte das Gefühl, dass man nicht nur trockene Anweisungen liest, sondern sich bemüht wurde, das Geschehen bildlich zu machen. Manchmal dachte ich zwar: Wie wollen die DAS denn auf die Bühne bringen. Aber da wirkt ja eh alles etwas anders.

Natürlich kann man nicht erwarten, dass Harry Potter and the Cursed Child dieselben Gefühle in einem weckt wie die Bände. Ein Drama hat einfach eine ganz andere Erzählart als ein Roman – hier muss viel außen wirken, in den Gesichtern der Schauspieler ablesbar sein, was in einem Roman weitschweifend (und das konnte Rowling gut!) in inneren Monologen ausgetragen wurde.

Fazit

Harry Potter and the Cursed Child funktioniert wunderbar als Theaterstück und nur als solches sollte man es auch lesen. Dann kommt man sicher auch mit den Abstrichen klar, die in der Erzählweise auftauchen, und kann die Rückkehr nach Hogwarts auch genießen.

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5 Kommentare zu „|Rezension| J.K. Rowling, Jack Thorne, John Tiffany „Harry Potter and the Cursed Child“

  1. Hallo :)

    ich muss ehrlich sagen, ich hab nur den Einstieg und das Fazit gelesen.
    Die Spoiler hab ich mal übersprungen, denn ich möchte mich noch von der Geschichte überraschen lassen.
    Ich bin nämlich auch schon sehr gespannt.

    Ein tolles Foto übrigens!

    Liebe Grüße,
    Ramona

  2. Du triffst gute Punkte. Man freut sich nach Hogwarts zurückzukehren. Allerdings wollte ich das Stück mit den ganzen Szenen nicht aufgeführt sehen wollen ;) das wäre wohl etwas stressig :D

  3. Ave,
    mir kamen manche Charaktere und vor allem der „normale“ Alltag in Hogwarts (und nicht diese kurzen „Pflichtabschnitte“) auch zu kurz…. aber am meisten hat mich nicht nur die Vorhersehbarkeit, sondern auch die generelle Art der Endauflösung gestört.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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