|Eins nach dem Anderen| Pro und Contra Buchkaufverbot

Früher, also so ganz früher, als ich noch keinen Blog hatte, da betrug mein SUB die stolze Zahl von 1. Genau. Ein Buch auf Vorrat, wenn ich das aktuelle fertig gelesen hatte. Manchmal gab es auch eine Höhe von 0. Dann gab es eben einen Re-Read.

Dann kam der Blog, mit dem Blog das Stöbern auf anderen Blogs, die Wunschliste, Rezensionsexemplare, Tauschticket, Tauschgruppen, Impulskäufe – und jetzt stehe ich da und zähle meinen SUB schon gar nicht mehr. Das wäre eher ungut für meine Gesundheit (Nerven, Herz und Co.).

Mit den hohen SUB kam dann auch das Buchkaufverbot – die erste Aktion dazu hieß „6 Wochen buchkauffrei“ und die habe ich mehrmals gemeinsam mit anderen Bloggern bestritten. Das war sogar richtig spaßig und motivierend. Aber schon lange herrscht hier im Hause Umblättern kein Buchkaufverbot mehr. Warum eigentlich?

Kontra Buchkaufverbot

  • Ich gebe zu – ich bin ein Frustkäufer. Wenn ich miese Laune habe, stöbere ich in Büchern. Wenn ich ganz miese Laune habe, kaufe ich Bücher. Das kann nichts ersetzen – Klamotten frustrieren mich dann, wenn ich merke, dass der Platz im Kleiderschrank dafür zu eng ist, mit dem Essen stehe ich sowieso irgendwie grundsätzlich auf dem Kriegsfuß, Deko muss ich zum Putzen nur aus dem Weg räumen. Überfüllte Bücherregale machen mir dabei eher weniger aus, vor allem, weil ich regelmäßig aussortiere.
  • Buchpost ist die schönste Post. Nicht umsonst schaue ich gerne Unpackingvideos an, bei denen Blogger sich dabei filmen, wie sie Amazonpäckchen aufreißen – dieses befriedigende Ratschen und der neugierige Blick hinter die Pappverpackung. Noch besser, wenn man das dann live erlebt.
  • Meist ist ein Buchkaufverbot ja auch nicht weitreichend genug. Auf den SUB wandern ja auch erst einmal Rezensionsexemplare (möglichst nicht zu lange), Überraschungsverlagspost und Geschenke. Auch Tauschen hat dafür gesorgt, dass mein SUB nicht weiter schrumpft. Wenn schon, denn schon ein Bucherhaltverbot, oder?

Pro Buchkaufverbot

  • Ich bin ein Frustkäufer. Ja, das stand auch schon auf der Kontraliste. Oft landen aber die Bücher, die ich aus Frust gekauft habe, dann auf dem SUB und versauern da im schlimmsten Fall, weil ich nicht dazu komme, sie zu lesen. Wenn das Geld dann eh nicht so locker sitzt, hat man unnötige Ausgaben fabriziert, im schlimmsten Fall für Bücher, die ich dann doch ungelesen wieder weitergebe.
  • Der Geist ist oft auch nicht williger als das schwache Fleisch – Mängelexemplarverkäufe, Rabattgutscheine, Rezensionsexemplarangebote. Und schon bekommt man mehr Bücher, als man in einem halben Jahr weglesen kann. Sind wir realistisch, dann haben wir doch mehr Alltagspflichten als Lesezeit. Am schlimmsten ist das natürlich bei Rezensionsexemplaren. Die liegen gleichzeitig auf dem SUB und dem Gewissen, denn schließlich sollte man sie ja gleich besprechen und nicht erst in ein paar Monaten. Und spätestens wenn der SUB auf die Stimmung schlägt, sollte man etwas dagegen tun.
  • Man spart zweifellos eine Menge Geld.
  • Keine neuen Bücher zu kaufen gibt den SUB-Leichen eine Chance, auch gelesen zu werden. Wenn man sich nicht immer im Zwang sieht, das allerneuste gekaufte Buch zu lesen, entdeckt man vielleicht einen Schatz, den man schon längst nach dem Erwerb wieder verdrängt hat.

enda

Ein Buchkaufverbot oder gar Bucherwerbsverbot kommt für mich momentan nicht in Frage. Tatsächlich habe ich mir aber überlegt, dass ich gerne bewusster mit meinen Buchneuzugängen umgehen würde. Das bedeutet für mich:

Ab heute darf ich ein Buch nur dann kaufen, tauschen oder anfragen, wenn ich es sofort lesen kann und werde. Und das Ganze von heute ab ein ganzes Jahr lang. (Geschenke und Überraschungspost ausgenommen, für die kann ich ja nichts. Zwinkerzwinker.)

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16 Gedanken zu “|Eins nach dem Anderen| Pro und Contra Buchkaufverbot

  1. Katja | rabenfrau schreibt:

    Das mit dem bewusster kaufen finde ich eine ganz großartige Idee. Buchkaufverbote gehen bei mir meist eher nach hinten los. Ich kauf dann am Ende all das was ich während der kauffreien Zeit alles haben wollte. Aber vielleicht sollte ich auch einfach versuchen bewusster zu kaufen. Bisschen schwierig allerdings bei Frustkäufen, und davon gibt es bei mir viele. ^^

    Liebe Grüße, Katja

  2. Elli schreibt:

    Interessanter Post! :)
    Ich habe mir auch mal eine Zeit lang ein Buchkaufverbot auferlegt, was aber irgendwie nicht ganz so funktioniert hat :D Mein SuB ist seit Jahren konstant und hat zum Glück auch keine allzu hohe Zahl erreicht, sodass ich ihn theoretisch innerhalb von einem haben Jahr vernichten könnte (vorausgesetzt es wären nicht nur die letzten Bände von Reihen, die ich aber wieder lesen muss^^).
    Jedoch kaufe ich mir mittlerweile nur Fortsetzungen und ab und an einen Einzelband, den ich dann aber auch schnell lese :)

    • umblaettern schreibt:

      Ein Kaufverbot würde ich, glaube ich, auch nicht mehr aushalten. Da war ich früher standhafter. Hab es immer wieder probiert mit „Ich kaufe dies nicht und das nicht“ und war immer an irgendnem Punkt, wo mich das nur frustriert hat – entweder man kauft es und ärgert sich, dass man sein Vorhaben nicht geschafft hat, oder man lässt es, obwohl man es eigentlich wirklich mal sofort benutzen würde (Hab das schon mit Zeitschriften, Duschgel und Süßigkeiten probiert. ^^ )

    • umblaettern schreibt:

      Gerne (; Fände es schön,wenn man sich da immer ein bisschen gegenseitig unterstützen würde, das war bei diesen sechswöchigen Buchkaufverboten immer so toll.

  3. Miss Bookiverse schreibt:

    Ich wünsch dir viel Erfolg! Für mich funktioniert ein ähnlicher Ansatz seit einer Weile ziemlich gut. Ich versuche mir immer erst ein neues Buch zu kaufen, wenn ich den letzten Kauf gelesen habe (manchmal klappt es auch nicht und ich muss was „abarbeiten“ ;D). Ich finde das viiiel angenehmer, weil man so weniger anhäuft, sich aber auch nicht so viel verbietet und dann halt gleich zu den Sachen kommt, die man doch UNBEDINGT haben musste. So ebbt manches dringendes Interesse dann auch wieder ab, aber lieber so als wenn das Buch ewig im Regal vergammelt und ein schlechtes Gewissen macht.

  4. Yvonnes Lesewelt schreibt:

    Hey!
    Ich bin kein Freund von Buchkaufverboten. Wenn ich Lust auf ein Buch habe, dann kaufe ich es mir. Da passiert es schon öfter, dass das Buch dann erstmal auf dem SuB landet, auch durchaus mal für 1, 2 oder 3 Jahre. Aber, deswegen mag ich mich trotzdem nicht einschränken lassen, denn das frustet mich einfach zu sehr.
    LG
    Yvonne

  5. Kasin von KeJas-BlogBuch schreibt:

    Verbot hört sich immer so schlecht an. Und wenn ich dagegen verstoße wird mein Gewissen nicht besser. Also nenne ich es eher Zurückhaltung und wenn ich im Laden kurz vor der Versuchung stehe rufe ich mir die armen schönen Bücher in Erinnerung die auf dem SuB liegen und dann klappt es – meistens ;-)
    Es ist halt immer so schwer zu wiederstehen und manochmal hat man es sich einfach verdient, dass neue Buch :-)))
    Wünsche dir einen schöne Lesezeit.
    Liebe Grüße
    Kasin

  6. favola2015 schreibt:

    Hallo Silke
    Meinem SuB würde ja ein Buchkaufverbot auch sehr gut tun, denn da tummeln sich so viele Must-Reads die ich damals unbedingt, sofort, augenblicklich kaufen musste ….
    Aber ich habe noch nie ein Buchkaufverbot ausgesprochen. Ich möchte aber auch meine Bücher bewusster auswählen und so meinen SuB langsam etwas abbauen.
    Aber es ist schon schwierig, denn erstens habe ich so viele begonnene Reihen, die ich weiterlesen möchte, dann kommen total gehypte Bücher, die ich auch einfach lesen muss und dann möchte man auch noch dem einen oder anderen Geheimtipp nachkommen.
    Deinen Vorsatz finde ich ganz gut, aber ich glaube, dass bei mir da die SuB-Leichen weiterhin Staub ansetzen würden. Dir aber viel Erfolg mein Umsetzen und Durchhalten.
    lg Favola

  7. Jacquy schreibt:

    Das ist eine sehr gute Einstellung und das klappt bei mir aktuell auch echt gut, dabei habe ich das gar nicht so bewusst entschieden. Alle Neuzugänge aus den letzten beiden Monaten habe ich bereits gelesen und dabei festgestellt, dass es viel mehr Spaß macht, ein Buch zu lesen, wenn man noch ganz enthusiastisch ist. Wenn es erst mal im Regal landet, dann sinkt bei mir die Vorfreude mit jeder weiteren Woche, die vergeht und irgendwann habe ich im schlimmsten Fall überhaupt keine Lust mehr darauf. Also: so bald wie möglich lesen, wenn ein Buch einzieht. Fühlt sich wirklich viel besser an :) Viel Erfolg dabei!

  8. Tintenelfe schreibt:

    Ein Buchkaufverbot fände ich schlimm – erst recht, wenn ich es mir selbst auferlegt hätte. Ich müsste da ständig dran denken und Tage zählen. Vermutlich schreibe ich dann Listen und kaufe alles hinterher!
    Im Moment versuche ich aber schon, bewusster Bücher zu kaufen. Einerseits hilft mir die Buchbranche dabei sehr, in dem sie seit einiger Zeit die Preise zum Teil schwindelerregend angehoben hat. Manchmal bin ich so entsetzt über die Preise, dass das Buch automatisch im Laden bleibt. Auch Tauschticket hat mir sehr geholfen, indem es Gebühren eingeführt hat. Da überlegt man schon, ob das Buch jetzt wirklich sein muss. Früher hab ich mich einfach von Hypes anstecken lassen. Dafür habe ich inzwischen eine Bücherei-Wunschliste – das ist erschwinglich und mein Regal freut sich auch.
    Schwierig ist es immer bei Lesungen. Ich besuche gern solche Veranstaltungen und kaufe mir dann auch gern ein Buch, um es signieren zu lassen. Oft lese ich es dann gar nicht bzw. schiebe es vor mir her. Das ärgert mich dann schon immer ein bisschen.

    Liebe Grüße
    Mona

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