Rezensionen

|Blogtour| FanFictions

liebesgeschichte

Diese Blogtour steht unter dem Motto „ComicCon Confessions“ und richtet sich damit vor allem an die Hardcorefans unter uns.

Mein Dasein als Fangirl begann in der achten Klasse mit Akte X. Heimlich – meine Eltern fanden die Serie für mein gerade vierzehnjähriges Ich nämlich nicht geeignet – auf Minimallautstärke fieberte ich mit Mulder und Scully und diskutierte am nächsten Schultag heiß mit meiner damaligen besten Freundin darüber. Zwar benutzten wir noch keine Wörter wie OTP oder Ähnliches, aber wir waren immerhin ausgewachsene X-Philes.

mulderscully

Erste Schritte ins Fanfictionschreiben machte ich in einer langweiligen Unterrichtsstunde, in der meine Freundin und ich ein Gedicht begannen, das mit den kreativen Worten

Der Mulder und die Scully,

die machten Halligalli.

begann und das stolze Ausmaß von über 30 Seiten auf Word erreichte, bis wir über die Tatsache unüberbrückbare Differenzen entwickelten, ob Mulder und Scully Nachwuchs zeugen sollten oder nicht. Es war, wie man sich denken konnte, keine literarische Meisterleistung, dafür aber unheimlich witzig.

Wie sieht eigentlich so eine richtige Fanfiction aus?

Fanfictions (oder kurz Fanfic bzw. FF) greifen die Geschichten von Büchern, Filmen, Serien und Co auf, setzen sie fort, ändern sie oder benutzen auch nur die Welt und/oder ihre Protagonisten, um etwas ganz Neues daraus zu erschaffen.

Daraus können tolle Geschichten entstehen, die einen entsprechend hohen Fankreis haben – in einzelnen Fällen waren sie schon Sprungbrett für Autoren (Cassandra Clare wurde zum Beispiel mit ihren FF über Draco Malfoy berühmt, an die sicher auch Clary und Jace angelehnt sind) oder wurden mit geänderten Namen zum Bestsellern (50 Shades of Grey lässt grüßen). Fanfictions in ihrem ursprünglichsten Verständnis existieren schon seit der Artussaga, im engeren Sinn seit den Weiterführungen von Sherlock Holmes und fanden ihren ersten Höhepunkt mit der Star Trek-Fangemeinde, die sogenannte Slash-Fictions beliebt machten – also Fanfics, die sich mit den sexuellen Beziehungen der Figuren auseinandersetzten.

slashfan.gif

Auf Webseiten wie Fanfiktion.de (mit sage und schreibe 360094 Fics zum jetzigen Zeitpunkt) und in noch größerem Ausmaß auf fanfiction.net und wattpad.com findet man Geschichten zu allen Themen, die das Herz begehrt. Keine Kombination ist zu abwegig, um sie nicht in irgendeiner Fanfiction zu finden, wenn natürlich die ursprünglichen Pärchen der Vorbildwerke am beliebtesten sind, dicht gefolgt von nicht erfüllten Dreiecksbeziehungsausgängen und dem Erzfeind-wird-Lover-Ding, das sich immer größer werdender Beliebtheit erfreut. Ich vertreibe mir mit Fanfictions gerne die Zeit zwischen zwei Serienstaffeln.

Nicht jede Fanfiction ist ein Meisterwerk, doch in diesem unüberschaubaren Angebot findet man immer wieder richtige Schätze von Autoren, von denen man sich wünschen würde, sie würden Bücher für Verlage schreiben, die man dann liebevoll ins Regal stellen kann. Unter diesen Autoren würde ich mich zwar nicht wiederfinden, denn meine Fanfictions zu Akte X – obwohl ich sie damals durchaus todernst gemeint hatte – haben eichhornchendoch im Nachhinein etwas Komödiantisches. Besonders stolz war ich zum Beispiel auf meinen Killereichhörnchenfall, der gekonnt natürlich auch aus der Sicht der entsprechenden Nagetiere geschrieben war. Ein Hoch darauf, dass ich damals nicht auf die Idee gekommen bin, das hochzuladen…

Mit Fanfictions beschäftigt sich in „Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ übrigens auch Roxys kleine Schwester Samira, die auf der Comic-Con damit auch auf viele Gleichgesinnte stößt.

„Von Roxanas elfjähriger Schwester ist nichts zu sehen, als ich mit den tellern ins Esszimmer gehe. Wahrscheinlich sitzt sie schon wieder über ihrer Fan-Fiction. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass Mrs. Afsari genervt ist, wenn Samira sich ständig vor ihren Haushaltspflichten drückt, aber andererseits habe ich auch volles Verständnis für Samiras Drang zu schreiben. Schließlich weiß ich genau, wie es ist, wenn einen unerwartet die Muse küsst, egal, ob sie nun in Gestalt eines Superhelden oder eines Boygroupmitglieds daherkommt.“ (S.130)

Außerdem ist sich Graham sicher, dass sein Lieblingscomicautor Zinc in einem Fanforum zu seiner Reihe weiter an seiner Geschichte arbeitet und es unter dem Label „FanFiction“ laufen lässt. Ob er damit Recht hat? Lest es am besten selbst nach!

liebesImmer an seiner Seite und doch so unerreichbar wie ein ferner Planet – das ist seine beste Freundin Roxy für Graham. Seit Monaten sucht er einen Weg, ihr seine grenzenlose, epische, unsterbliche Liebe zu gestehen. Bei ihrem gemeinsamen Wochenende auf der New Yorker Comic-Convention will er seine Chance endlich nutzen. Leider kommen ihm immer wieder ein gut aussehender Engländer, seine Schüchternheit und die geheimen Liebesgesetze des Universums in die Quere …

Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas – sammelt einfach die Buchstaben aus unseren Blogtourbeiträgen zusammen und gewinnt eines von zwei Buchexemplaren. Mein Buchstabe ist also der dritte im Bunde.

Meine Frage lautet:

Wovon handelte meine schlechteste Fanfiction? Killer-_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

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5 Kommentare zu „|Blogtour| FanFictions

  1. Hihihihi, das war aber ein schöner Exkurs in deine FF-Vergangenheit xD Ich war da früher auch aktiv, allerdings in einer anderen Richtung, nämlich Musik (Boygroups), also so FF über Mädels, die die Band treffen und dann verliebt sich natürlich einer in sie (sind diese After irgendwas Bücher nicht auch nach diesem Prinzip?). Bin sehr neugierig auf das vorgestellte Buch!

  2. Wie genial, dass ihr heimlich solche Akte X Fans wart! Finde ich großartig. :) Unbewusst habe ich sogar schon drei verschiedene Fanfics begonnen, zwei davon mit Freundinnen, aber die werden nicht einmal das Internet erreichen dürfen. Im Buch fand ich es besonders toll dass Boyfriend-Fanfiction anerkannt und nicht belächelt wird! Das muss man schließlich auch erst einmal gut schreiben, auch wenn es nicht mein Genre ist. Ein schöner Beitrag. :)

    Allerliebste Grüße, Sandy von BlackTeaBooks ☕

    1. So heimlich wars spätestens dann nicht mehr, als ich zu Fasching als Scully gegangen bin :D Ich fands auch gut, dass Samira dafür auch richtig ernst genommen wurde, sie hat da ja auch echt Herzblut reingesteckt. Denke, dass dieses „jeder Nerd hat seine Berechtigung“ (außer der undankbare Nörgler) da gut rausgekommen ist.

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